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Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim

Das Alte Kino Franklin wird zur neuen Spielstätte des Schauspiels und des Tanzes umfunktioniert. Weitere Spielstätten stehen in dieser Zeit für Aufführungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

Kontakt

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel
Mozartstr. 9
D-68161 Mannheim

Telefon: +49 (0)621 1680 0
E-Mail: Nationaltheater.kasse@mannheim.de

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Bewertungen & Berichte Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Schauspiel

In Stanniolpapier

von Björn SC Deigner | nach einer Idee von Anna Berndt

Premiere: 14.6.2024

»Bist du sicher, dass du nicht aus Zucker bist?«, wird Maria gefragt. Nein, sie ist nicht aus Zucker. Im Gegenteil lernt Maria schon früh viel wegzustecken: Nach einer traumatischen Kindheit verliebt sie sich mit sechzehn Jahren in den »Einen«, bei dem sie sich sicher und aufgehoben fühlt. Für ihn, ihren Zuhälter, schafft sie in Bordellen an und geht auf den Straßenstrich. Dort macht sie sowohl sehr warmherzige als auch brutale Erfahrungen. Diese prägende Zeit »war die schönste Zeit«, wird sie später sagen. Maria behält ihren Optimismus und pragmatischen Lebenswillen bei. Sie macht eine Ausbildung zur Bürogehilfin und führt fortan ein Doppelleben. Scheinbar mühelos wechselt sie zwischen den verschiedenen Milieus hin und her. Ist diese Lebensweise ein Ausdruck von Selbstbestimmung und Freiheit? Oder ist ihre lebensbejahende Art nur Selbstschutz? Maria begreift sich nicht als Opfer. Ihre Sehnsucht nach Liebe und ihr unerschütterliches Vertrauen bleiben ungebrochen. Das Stück beruht auf Interviews mit einer Sexarbeiterin. Sie wirft einen klaren und harten, wenig moralischen Blick auf einen Teil unserer Gesellschaft, der häufig unerzählt bleibt.

Regie: Francisca Ribeiro
Bühne: Nora Müller
Kostüme: Oktavia Herbst
Musik: Maurice Strobel
Dramaturgie: Annabelle Leschke

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Schauspiel

Die Dreigroschenoper

Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht nach John Gays »The Beggar‘s Opera« übersetzt aus dem Englischen von Elisabeth Hauptmann
Musik von Kurt Weill

Premiere: 15.6.2024

Glamour, Glanz und düstere Sündenstimmung à la »Babylon Berlin«: Bertolt Brechts »Die Dreigroschenoper« wurde zu einem der erfolgreichsten Stücke des 20. Jahrhunderts – unter anderem dank der enormen Popularität von Kurt Weills Liedern wie der »Moritat von Mackie Messer«. Seit ihrer Uraufführung 1928 gilt sie als wegweisende Verschmelzung von Schauspiel und Musiktheater, von Kapitalismuskritik und Gangsterromanze: Der Bettlerkönig Jonathan Peachum betreibt ein moralfreies Franchise-Unternehmen der besonderen Art, das aus der Not der Armen ein Geschäft mit dem Mitleid der Reichen macht. Doch die in Rotlicht getauchte Londoner Unterwelt ist hart umkämpft: Als sich seine Tochter Polly ausgerechnet mit dem Obergangster Macheath, genannt Mackie Messer, verlobt, sieht Peachum sein Imperium bedroht und liefert den zukünftigen Schwiegersohn an die Polizei aus – die ebenfalls ganz eigene Moralvorstellungen hat.
Hausregisseur Christian Weise und Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters nehmen uns mit in Bertolt Brechts Haifischbecken der wilden Zwanziger.

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Schauspiel

Juices

von Ewe Benbenek

Sie hängt schon wieder in der Luft und klammert sich mit feuchten Fingern am Kronleuchter fest. Sie, deren polnische Mutter sich in Deutschland mit Putzen kaputtarbeitete, hat es geschafft, sich in die glamouröse Welt hochzuschwingen. Doch gebadet in Angstschweiß und mit »Existenztränen« in den Augen rutscht sie schon wieder dem Abgrund entgegen – ohne, dass ein Sicherheitsnetz sie auffangen könnte … In »Juices« der Theaterautorin Ewe Benbenek verwandeln sich Scham und Selbstzweifel darüber, als Arbeiter- und Einwanderungskind nie »wirklich« zur Mehrheitsgesellschaft dazuzugehören, in ein immer wiederkehrendes (Albtraum-)Bild. Ewe Benbenek wurde 2021 für ihr überwältigendes Debut »Tragödienbastard« mit dem renommierten Mülheimer Dramatikpreis ausgezeichnet. In ihrem neuesten Stück ringt sie um die ambivalente Frage, ob man sich (als Autorin) jemals von der eigenen Herkunft lösen kann – oder will. Kamila Polívková, Theater-Shooting-Star aus Tschechien, bringt in ihrer ersten Regiearbeit in Deutschland Benbeneks mitreißenden Gedankenfluss zur Uraufführung.

Regie: Kamila Polívková
Bühne & Kostüme: Antonín Šilar
Licht: Antonín Šilar, Ronny Bergmann
Musikalische Leitung: Peter Fasching
Dramaturgie: Dominika Široká
Kunst & Vermittlung: Ronja Gerlach
Mitarbeit Kostüm: Marcus Eufinger

Sprache: In deutscher Sprache

Dauer: 1 Std 45 Min, keine Pause

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Schauspiel

Moby Dick

von Herman Melville

Um seinem Trübsinn zu entfliehen, zieht es Ismael auf See: Nur die Weite der Meere bringt ihm seinen Lebensgeist zurück. Er beschließt, auf einem Walfänger anzuheuern. Als Teil von Kapitän Ahabs Mannschaft nimmt er uns mit auf eine wilde Jagd – denn Ahab will Rache üben. Fanatisch ist er auf der Suche nach einem ganz bestimmten Wal. Dem einen weißen Koloss, der ihm vor Jahren im Kampf ein Bein abgetrennt hat. Sein Zorn bringt ihn um den Verstand, und was als Reise zur Gerechtigkeit geplant ist, endet nicht nur für Ahab tödlich. Inspiriert von eigenen Erfahrungen, Zeitzeugnissen über den Walfang und literarischen Verweisen auf Mythologie und Religion ist Herman Melvilles Roman nicht nur eine packende Abenteuergeschichte, sondern ein gattungssprengender Versuch, die moderne Welt in ihrer Komplexität abzubilden. Johanna Wehner und ihr Team kreisen in dieser Bearbeitung um den menschlichen Größenwahn, sich die Natur untertan machen zu wollen. Ismael würde sagen: »Höchste Zeit zur See zu gehen, und zwar sofort.«

Regie: Alice Buddeberg
Bühne: Benjamin Schönecker
Kostüme: Ellen Hofmann
Licht: Robby Schumann
Musik: Kostia Rapoport
Dramaturgie: Franziska Betz
Kunst & Vermittlung: Ronja Gerlach

Dauer voraussichtlich ca. 1 Std 40 Min
In deutscher Sprache

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Schauspiel

Lügen über meine Mutter

Mit Texten aus »Zeige deine Klasse« von Daniela Dröscher
Bühnenfassung von Laura Linnenbaum und Annabelle Leschke

Elas Mutter ist zu dick. Regelrecht fettleibig. Das findet jedenfalls Elas Vater. Er macht seine Frau für alles verantwortlich, was in seinem Leben schiefläuft. Ihr vermeintliches Übergewicht ist sogar schuld an seiner gescheiterten Karriere. Er kauft eine Waage und zwingt sie zu Diäten. Der Körper der Mutter bestimmt schließlich Elas gesamte Kindheit in einem westdeutschen Dorf in den 1980er Jahren.
Daniela Dröschers autobiografisch geprägter Roman stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2022. Über einen Zeitraum von vier Jahren erzählt die Autorin rückblickend aus der Perspektive des Kindes von wirtschaftlicher Abhängigkeit und subtiler Gewalt, aber auch von Zärtlichkeit und Fürsorge. Der Roman befragt die kindliche Perspektive und sucht nach den unausgesprochenen Geheimnissen, Lügen und Wahrheiten in diesem berührenden, tragikomischen Kammerspiel namens Familie. »Lügen über meine Mutter« ist für alle, die sich von normierten Vorstellungen über Körper und Schönheit befreien und wissen: Du bist gut, wie du bist.
Lügen über meine Mutter von Daniela Dröscher ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln erschienen.

Regie: Laura Linnenbaum
Bühne & Kostüme: Michaela Kratzer
Licht: Nicole Berry
Musik: Lothar Müller
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Dauer 1 Std 50 Min
Sprache In deutscher Sprache

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Schauspiel

Generation Lost

von Greg Liakopoulos
in einer Übersetzung von Henning Bochert

»Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört vom Wahnsinn«, schrieb einst Allen Ginsberg über die Beat-Generation. Knapp siebzig Jahre später zeichnet der griechische Autor Greg Liakopoulos das Portrait seiner eigenen Generation – der »Millennials«. Also der Jahrgänge 1980 bis 1999, die mit Gameboy, der Serie »Friends« und Britney Spears großgeworden sind – und die heute manchmal Schwierigkeiten haben, ein »erwachsenes Leben« zu führen. Mit großer Beobachtungsgabe, Witz und Musikalität beschreibt Liakopoulos in seinem ausgezeichneten Text die Sinnsuche einer Generation, die mit dem Rechtsruck und den Folgen der Finanz- und Covid-Krise in Europa konfrontiert ist. Haben wir hier tatsächlich mit einer verlorenen Generation zu tun? Britney Spears steht dabei als Ikone über allem, liefert den passenden Soundtrack und mit der #freebritney-Bewegung auch einen Grund, auf die Straße zu gehen. »Generation Lost« spricht nicht nur den griechischen Millennials, sondern auch ihren europäischen Zeitgenoss*innen aus dem Herzen.

Der ultimative Millennial Branko Janack, der am NTM zuletzt »Woyzeck« inszenierte, bringt nun »Generation Lost« zur deutschen Erstaufführung.
Eine Produktion im Rahmen des Projekts »NEW STAGES SOUTH EAST«, einer Partnerschaft des Goethe-Instituts und des Theaters Oberhausen in Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim, dem Schauspiel Essen und dem Nationaltheater Sibiu/Hermannstadt.

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Schauspiel

Was ihr wollt

von William Shakespeare
Deutsch von Jürgen Gosch und Angela Schanelec

»Was ihr wollt« ist Shakespeares rätselhafteste, romantischste und ganz sicher schönste Komödie: Die Zwillinge Viola und Sebastian erleiden Schiffbruch und werden getrennt voneinander an die Küste Illyriens gespült. Viola verkleidet sich als Mann, um unter dem Namen Cesario am Hofe des Herzogs Orsino ihr Glück zu versuchen. Orsino ist in Gräfin Olivia verliebt, die jedoch nichts von ihm wissen will. Ein letztes Mal sendet der Herzog einen Boten zu seiner Angebeteten, nämlich den jungen Cesario (also Viola). Es kommt, wie es kommen muss: Olivia verliebt sich in den jungen Mann, der eigentlich eine Frau ist, und der so schön von der Liebe zu sprechen vermag. Viola wiederum hat ihr Herz an den Herzog verloren. Als plötzlich Violas totgeglaubter Zwillingsbruder auftaucht, beginnen die Dinge kompliziert zu werden. Und als dann noch Malvolio, Hofmeister bei Gräfin Olivia, irrtümlicherweise glaubt, sie liebe ihn, weiß irgendwann niemand mehr, wer wen warum und wie begehrt. Gut, dass der anarchische Sir Toby Rülps, ein Cousin der schönen Gräfin, und seine Kumpane für etwas Bodenhaftung sorgen.

Regie: Christian Weise
Bühne & Kostüme: Joki Tewes/Jana Findeklee
Licht: Robby Schumann
Musik: Lotte Marlene Böwe/Lail Braslavsky
Kampf-Choreografie: Jan Krauter
Dramaturgie: Lena Wontorra

Dauer: 3 Std 30 Min, inkl. einer Pause
Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Vorstellungsterminen mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Eine Volks­feindin

nach Henrik Ibsen mit Texten von Şeyda Kurt
unter Verwendung der Bearbeitung von Florian Borchmeyer

Dr. Stockmann hat herausgefunden, dass das Kurbad, das ihr selbst eine Anstellung und dem gesamten Städtchen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht, keimverseuchtes und krankheitserregendes Wasser führt. Das Bad muss geschlossen werden, sind sich zunächst alle einig – bis klar wird, was eine Schließung und Sanierung an Kosten mit sich bringt. Ökonomische Sicherheit oder politische Integrität?

Spätestens seit Christian Drosten wissen wir, dass man politische Entscheidungen nicht nur rein nach (natur-)wissenschaftlichen Fakten treffen kann: Der Virologe war stets darauf bedacht, zu betonen, dass er nur aus seiner ganz eigenen Warte beraten, nicht jedoch konkrete Vorschläge machen könne, dafür müsse man Expert*innen aus der Psychologie, der Wirtschaft und anderer Disziplinen hinzuziehen, zu Komplex ist die Gemengelage.
Als Ibsen sein Drama schrieb, am Ende des 19. Jahrhunderts, waren für das bloße Auge unsichtbare Keime noch schwerer zu begreifen als 2020 ein ebenso wenig sichtbares Virus – oder gar die Ursachen eines Klimawandels, vor dem uns bereits in den 1970er Jahren der Club of Rome warnte.

Dr. Stockmann und ihr Bruder, der Stadtrat, zeigen im Kleinen, wie schwierig uns radikale Transformationen zum nachhaltigen Wohle der Gemeinschaft heute im Großen fallen. Denn bereits bei der Frage, wodurch sich das »Wohl der Gemeinschaft« definiert – ökonomischer Gewinn oder die Gesundheit der Kurgäste und das eigene reine Gewissen – zeichnet sich ab, dass sich augenscheinlich gemeinsame Ziele schneller voneinander entzweien als man »Kompromiss« sagen kann. Visionär*innen mit idealistischen Ideen haben es schwer, vor allem in demokratischen Strukturen, denn Demokratie bedeutet in letzter Konsequenz, auszuhandeln und abzuwägen: zwischen Ökonomie und Ökologie, Nachhaltigkeit und Gewinn, Integrität und Umsetzbarkeit. Und Demokratie bedeutet auch, dass gewissen Entscheidungen von der Mehrheit getragen werden müssen und dass Dilemmata entstehen, wenn diese Mehrheit nicht mitgenommen wird auf die Reise komplexer Transformationsprozesse, die auf kurze Sicht unbequem erscheinen und auf lange Sicht die Zukunft eben jener Mehrheit retten.
Die Figuren der nicht näher benannten Vorstadtidylle ringen darum, was das Beste für ihr kleines Städtchen ist und verstricken sich dabei in eigenem Machstreben und der Sehnsucht nach Selbstwirksamkeit.

Die Journalistin und Autorin Şeyda Kurt hat für die Inszenierung von Katrin Plötner am Nationaltheater Mannheim ausgewählte Texte der Hauptfigur neu interpretiert und leiht Dr. Stockmann in deren schleichendem Radikalisierungsprozess ihre messerscharfe Sprache.

Regie: Katrin Plötner
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Lilli Wanner
Musik: Markus Steinkellner
Video: Karolina Serafin
Licht: Bernard Häusermann
Dramaturgie: Julia Hagen
Kunst & Vermittlung: Ronja Gerlach

Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Terminen wird bei dieser Produktion eine deutschsprachige Live-Audiodeskription mit vorheriger Bühnentastführung angeboten | an ausgewählten Terminen wird die Vorstellung mit türkischen Übertiteln gezeigt

Dauer: 1 Std 30 Min

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Schauspiel

Der gute Mensch von Sezuan

von Bertolt Brecht

Musik von Paul Dessau in einer Bearbeitung von Jonas Landerschier und Philipp Plessmann

In der von Armut geprägten Provinz Sezuan wartet der Wasserverkäufer Wang hoffnungsvoll auf die Ankunft der Götter. Als er sie schließlich gefunden glaubt, bringt er sie bei Shen Te unter. In der Prostituierten sehen die Götter den »guten Menschen«, den sie schon seit langem suchen und ermöglichen ihr mit ein wenig Geld, einen Tabakladen zu eröffnen. Von nun an will Shen Te viel Gutes mit ihrem Laden tun, trifft jedoch schnell auf allerlei Schwierigkeiten, als sie feststellt, dass mit dem Kapital auch das Profitdenken kommt. Um ein guter Mensch in einer schlechten Welt sein zu können, erfindet sie den Vetter Shui Ta, in dessen Haut sie fortan schlüpft, wenn sie zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit entscheiden muss.
Brecht schrieb von 1938 bis 1940 an diesem Klassiker über die Regeln des Kapitalismus und die Ungerechtigkeiten, die er bis heute produziert. Die gegenwärtigen Krisen stellen Solidarität und unsere Bereitschaft, uneigennützig zu handeln, auf besonders dringliche Weise in Frage. Regisseurin Charlotte Sprenger eröffnet mit ihrer Inszenierung von »Der gute Mensch von Sezuan« die Interimsspielstätte »Altes Kino Franklin«. Brechts Klassiker ist die erste Arbeit der Regisseurin am Nationaltheater Mannheim.

Regie: Charlotte Sprenger
Bühne: Aleksandra Pavlović
Kostüme: Bettina Werner
Video & Mitarbeit Bühne: Marlene Pieroth
Musik: Philipp Plessmann/Jonas Landerschier
Video: Roly Chamber
Licht: Robby Schumann
Dramaturgie: Lena Wontorra
Kunst und Vermittlung: Ronja Gerlach

Sprache In deutscher Sprache | An ausgewählten Vorstellungsterminen mit ukrainischen Übertiteln | Окремі вистави йдуть з українськими субтитрами

Dauer 3 Std, inkl. einer Pause

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Schauspiel

Nathan

von Nuran David Calis frei nach Motiven von Gotthold Ephraim Lessings »Nathan der Weise«

Auf den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Nathan Grossmann, seine Stiefschwester Daja und seine Adoptivtochter Recha wird ein Anschlag verübt. Alle drei überleben. Da an den Wänden ihrer ausgebrannten Wohnung antisemitische Parolen in arabischer Schrift gefunden werden, verdächtigt die Polizei schnell den sunnitischen Unternehmer Salatin Denktaş als Drahtzieher des Anschlags. Doch Daja zweifelt daran, wie auch Jonas, Polizist beim BKA und mit der Aufklärung des Falls betraut. Je tiefer er in den Fall eintaucht, desto mehr verstrickt er sich persönlich darin, bis ihn plötzlich seine eigene Vergangenheit einholt.
Für seine Projekte greift der Autor, Regisseur und Filmemacher Nuran David Calis sowohl auf klassische Theaterstücke als auch auf eigene Texte zurück, die stets auf umfangreichen Recherchen basieren. Für das NTM verbindet er beide Vorgehensweisen und überschreibt Lessings »Nathan der Weise«. Er verortet den Stoff in einer deutschen Großstadt unserer Zeit und zeigt, wie die verschiedenen Identitäten, die in unserer Einwanderungsgesellschaft aufeinandertreffen, um ihre Existenz ringen und wie komplex ihre Geschichten zusammenhängen. Calis‘ »Nathan« ist eine Großstadtballade und ein spannender Krimi, in dessen Mittelpunkt die Perspektive der Opfer rassistischer und antisemitischer Gewalt steht.

Regie: Nuran David Calis
Video: Karnik Gregorian
Bühne: Irina Schicketanz
Kostüme: Anna Sünkel
Licht: Robby Schumann
Musik: Vivan Bhatti
Dramaturgie: Lena Wontorra
Kunst & Vermittlung: Ronja Gerlach

Dauer: 2 Std 30 Min, inkl. einer Pause

Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Vorstellungsterminen mit türkischen Übertiteln | Seçili gösteri tarihlerinde Türkçe üst yazılı

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Schauspiel

Bekennt­nisse des Hoch­stap­lers Felix Krull

nach der Erzählung von Thomas Mann

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Als Verwandlungskünstler macht Felix Krull die Lüge und den Betrug zum Lebensprinzip. Er verlässt sein bankrottes Elternhaus und drückt sich vor dem Militärdienst, um in Paris in die Welt der Grandhotels und Luxussuiten einzutauchen. Er verführt Frauen und tauscht mit dem Marquis de Venosta die Identitäten. Durch Schmeichelei und Betrug schafft es Krull, sich vom vermeintlichen Makel seiner Herkunft zu befreien und in eine höhere soziale Schicht aufzusteigen. Und die Welt scheint nur darauf gewartet zu haben, von einem grandiosen Spieler wie ihm betrogen zu werden. Was bedeuten uns heute Identität und Authentizität? Wie geht Echtheit in einem System, das den Erfolg des Einzelnen von Äußerlichkeiten abhängig macht? Sind wir alle Spieler und bauen unsere Ich-Kunstwerke nach den Regeln des Marktes aus? Und wie verführerisch ist die Lüge? Nach ihrer Theaterversion des Filmklassikers »Der Würgeengel« in der Spielzeit 2018/19 bringt Anna-Elisabeth Frick ihre zweite Arbeit am Nationaltheater Mannheim heraus. Ihre Inszenierungen bewegen sich zwischen Sprechtheater, Performance, Tanz und Musik.

Regie: Anna-Elisabeth Frick
Video: Hanna Green
Bühne & Kostüme: Mariam Haas/Martha-Marie Pinsker
Licht: Björn Klaassen
Dramaturgie: Annabelle Leschke
Kunst & Vermittlung: Ronja Gerlach

Möchten Sie diese Produktion mit einer Schulklasse oder Gruppe besuchen und wünschen sich ein Vermittlungsangebot, dann kontaktieren Sie gerne Ronja Gerlach (E-Mail: ronja.gerlach@mannheim.de / Tel.: 0621 1680 488).

Dauer: 1 Std 20 Min, keine Pause
Sprache: In deutscher Sprache

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Schauspiel

Don Quijote

von Jakob Nolte nach Miguel de Cervantes Saavedra | nach der Übersetzung von Susanne Lange

Don Quijote, »der Ritter von der traurigen Gestalt«, ist in der Stadt! In improvisierter Rüstung, mit Ritterromanen im Kopf und in Begleitung seines treuen Knappen Sancho Panza kämpft er unermüdlich gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt, um das Herz der Dulcinea von Toboso zu gewinnen – und scheitert dabei immer wieder in großem Stil. Denn die Riesen, denen er sich stellen will, entpuppen sich als Windmühlen, und die Armee des furchtlosen Herrschers Brandabarbarán ist nicht mehr als eine Schafherde. Doch der selbsternannte Held gibt sich mit der Wirklichkeit nicht zufrieden. Jeder Tag ist für ihn ein neuer Versuch, über den eigenen Schatten zu springen und in der Welt eine Utopie zu erschaffen. Matthias Breitenbach und Annemarie Brüntjen begeben sich als Don Quijote und Sancho Panza an diesem Schauspieler*innenabend auf einen fesselnden Roadtrip durch Cervantes' Geschichte – und finden am Ende eine große Freundschaft. Also los, »es ist Zeit, bis zu den Ellenbogen hineinzugreifen in die sogenannte Aventiure!«

Regie: Friederike Drews
Bühne & Kostüme: Ev Benzing
Dramaturgie: Dominika Široká

Dauer: 1 Std 35 Min

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Schauspiel

Als die Götter Menschen waren

von Amir Gudarzi

Alles hat mit allem zu tun: Der vielfach ausgezeichnete Amir Gudarzi verknüpft Geschichte mit Gegenwart, stellt schwindelerregende Zusammenhänge her zwischen Mythen und Alltagserzählungen, zwischen dem Kleinsten und dem ganz Großen. In der Spielzeit 2023.24 ist er Hausautor am Nationaltheater Mannheim und nimmt eine der ältesten Überlieferungen überhaupt zum Ausgangspunkt seines neuen Stücks: Als die Götter Menschen waren, so beginnt ein mesopotamischer Mythos, musste die Erde in harter Arbeit erst noch geformt werden. Den Gottheiten wurde das beschwerlich und sie erschufen die Menschen, damit diese fortan für sie schufteten. Aber ihre Geschöpfe wurden ihnen bald zur Last. Sie waren laut, nervig und raubten ihnen mit ihrem Geschrei den Schlaf, weshalb die Allmächtigen versuchten, sie mit Plagen, Sintflut und Sterblichkeit zum Schweigen zu bringen. Amir Gudarzi verfolgt die Motive dieser alten Erzählung von der Vergangenheit bis in unsere Zeit – und vielleicht bis in eine ferne Zukunft, wo die Erb*innen Elon Musks kopfschüttelnd die Überreste der heutigen Kultur zu entschlüsseln versuchen.

Regie: FX Mayr
Bühne: Anna Wohlgemuth
Kostüme: Korbinian Schmidt
Musik: Martina Berther
Dramaturgie: Franziska Betz

Dauer 1 Std 30 Min

Der Aufenthalt des Hausautors Amir Gudarzi wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e. V.

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Schauspiel

Jeeps

von Nora Abdel-Maksoud

Wie es wäre, wenn infolge einer neuen Erbschaftsreform plötzlich reichen Menschen das Erbrecht entzogen und das Erbe in einer Lotterie des Jobcenters neu verteilt würde? In dieses Gedankenexperiment versetzt die anarchische, bissige Satire von Nora Abdel-Maksoud, die die Gesellschaft unter die Lupe nimmt, in der die Kluft zwischen Arm und Reich unaufhörlich wächst. Los geht's mit dem Überfall auf ein Jobcenter: Silke, eine frisch enterbte Start-Up-Gründerin, verbündet sich ausgerechnet mit der Hartz-4-Empfängerin Maude, um Gerechtigkeit in die eigene Hand und Sachbearbeiter des Jobcenters als Geiseln zu nehmen. Doch bald wird klar, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint … Mit »Jeeps« kommt ein Komödienhit auf die Bühne des Alten Kino Franklin, der die großen Umverteilungsfragen unserer Zeit stellt.

Regie: Dominic Friedel
Bühne: Michael Köpke
Kostüme: Melina Jusczyk
Licht: Bernard Häusermann
Dramaturgie: Dominika Široká

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Liederabend

Als wäre es gestern gewesen

Lieder zum Gedenken an Betroffene rechter und rassistischer Gewalt | von Ayşe Güvendiren

»Als wäre es gestern gewesen« ist eine Sammlung liebevoller Erinnerungen an Betroffene rechter und rassistischer Gewalt: ein Abend, der zum kollektiven Gedenken einlädt, ein Akt der Aneignung von Geschichtsschreibung, eine Feier des Lebens und der Zuversicht, trotz allem.

Unzählige Opfer rassistischer und rechter Gewalt zählt dieses Land. Erinnert werden bestenfalls die Gräueltaten, die sie erleiden mussten, über ihre Lebensgeschichten wissen wir wenig. Was waren ihre Hoffnungen und Sorgen? Worüber haben sie gelacht und geweint, wovon geträumt und wofür gestritten? Die Regisseurin Ayşe Güvendiren fragt, wie ein anderes Gedenken aussehen könnte und stellt die Perspektive von Angehörigen und Überlebenden ins Zentrum: Erlebnisse, die ihnen wichtig sind, werden auf der Bühne weitererzählt. Songs, die sie sich zum Gedenken an ihre ermordeten Liebsten gewünscht haben, werden von Ensemblemitgliedern interpretiert. Denn die Erinnerung lebt!

Lieder von: Sezen Aksu, Selda Bağcan, Tarkan, Phương Vy, Neşet Ertaş, Ferdi Tayfur, Youssou N’Dour, Yiannis Gossios, Lejb Rosenthal, Ahmet Kaya, Barış Manço, Zara, Sagopa Kajmer, Sammy Baker & Adam Schock

Für: Bahide Arslan, İbrahim Arslan, Yeliz Arslan, Sammy Baker, Esther Bejarano, Theodoros Boulgarides, Nguyễn Ngọc Châu, Mouhamed Dramé, Hatice Genç, Hülya Genç, Mevlüde Genç, Saime Genç, Gürsün İnce, Mehmet Kubaşık, Đỗ Anh Lân, Attila Özer, Gülüstan Öztürk, Zeliha Turhan, Rasim Turhan, Tarık Turhan, Enver Şimşek, Ferdane Satır, Ramazan Satır und Ayşe Yılmaz

Dauer: 1 Std 25 Min

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Schauspiel

Ins kalte Wasser

Bühne frei für den Theaternachwuchs

Cassandra im Casino. Feierabend für eine der verkanntesten Frauen der griechischen Mythologie. Im intimen, zwanglosen Rahmen der Theaterbar Casino streift sie die Rolle ab, die ihr in Opern wie Vittorio Gnecchis »Cassandra« (1905) zugeschrieben wird: Die Seherin, der niemand Glauben schenkt. Leonie Dehne, Regieassistentin der Oper, zeigt eine Kostprobe ihrer langfristigen Beschäftigung mit der jüngeren Mythenbildung um Cassandra. Wer war eigentlich Cassandra? Woher kam sie und was hatte sie zu sagen?

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Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim

Das Alte Kino Franklin wird zur neuen Spielstätte des Schauspiels und des Tanzes umfunktioniert. Weitere Spielstätten stehen in dieser Zeit für Aufführungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

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Aufführungen / Oper Nationaltheater Mannheim Mannheim, Mozartstr. 9
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Nationaltheater Schauspiel Mannheim Mannheim, Mozartstr. 9
Ereignisse / Festival Schwetzinger SWR Festspiele 26.4. bis 25.5.2024
Aufführungen / Theater Theatergemeinde Volksbühne Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Aufführungen / Theater UnterwegsTheater Heidelberg Heidelberg, Hebelstr. 9
Aufführungen / Theater Theater und Orchester Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Aufführungen / Theater Badisches Staatstheater Karlsruhe Karlsruhe, Baumeisterstr. 11
Aufführungen / Theater Theater Baden-Baden Baden-Baden, Goetheplatz 1

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