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Aufführungen | Schauspiel

Der Drache

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Pfalzbau Bürger Bühne In einer kleinen Stadt, die überall sein könnte, geht es gemächlich zu. Die Bürgerinnen und Bürger gehen ihren Geschäften nach, üben ihr Handwerk aus und empfinden es als Ereignis, wenn einmal starker Wind weht. Sie wissen, dass es besser ist, sich still und unauffällig zu verhalten. Seit 382 Jahren wird die Stadt von einem Drachen beherrscht, der keinen Widerstand duldet. Also hat man sich mit ihm arrangiert und tut alles, um das dreiköpfige Ungeheuer nicht zu reizen. Auch das jährliche Jungfrauenopfer wird schweigend, fast gleichgültig hingenommen. In diesem Jahr trifft es Elsa. Wie viele vor ihr wird sie den Drachen in seiner Höhle lausen müssen und anschließend vor Ekel sterben. Aber dann passiert doch etwas Unerwartetes: Ein Fremder kommt in die Stadt und sagt dem Drachen den Kampf an. Die Märchenstücke des russischen Dramatikers Jewgeni Schwarz sind für Menschen aller Altersstufen geeignet. Ihr Zauber funktioniert ganz pur, ist aber doch immer mit einem politischen Aspekt verknüpft. Der Drache entstand 1943, zur Zeit des Faschismus. Ganz sicher ist es ein Untier, das in der kleinen Stadt ein autoritäres System etabliert hat. Am Leben erhalten dieses System aber auch die Bewohner, die den Machtmechanismus der Angst allzu willig bedienen. Erst am Ende wird ihnen bewusst, dass es nicht reicht, den Drachen zu töten. Nur wenn die Angst besiegt ist, hat Unterdrückung keine Chance mehr. Inszenierung: Tilman Gersch Musik: Frank Rosenberger Dramaturgie: Barbara Wendland Mit Bürgerinnen und Bürgern aus Ludwigshafen und der Region Einheitspreis: 20 € / ermäßigt 12 €
Aufführungen | Schauspiel

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin Es gibt in Berlin-Wilmersdorf ein Café, das den Namen Manzini trägt. Hier soll angeblich die Aufführung entstanden sein, die in der Kurzversion den Namen im Titel trägt. Man wähnt sich in einem Urwald: ein Bach plätschert, das umliegende Dickicht aus Pflanzen und Bäumen ist in ein schummriges Dämmerlicht getaucht. Mitten in diese Kulisse ragt eine riesige Hand, schwarz behandschuht und offenbar schön weich. Auf dieser Hand spielt sich ein Großteil der Aktionen der drei Darsteller*innen Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke in dieser 2018 in Zürich herausgekommenen und von der Kritik gefeierten Inszenierung René Polleschs ab. In typischer Pollesch-Manier darf sich das Publikum auf amüsante und nachdenklich stimmende Dialoge der drei virtuosen Schauspieler freuen, die sich über Fragen des Theaters, Politik und Gesellschaft kluge Gedanken machen und ihren ganz eigenen Drive entfesseln. Nach einer sechsstündigen Aufführung von Shakespeares Sommernachtstraum wissen R, K und M nicht mehr ein und aus, bringen Anfang und Ende durcheinander und machen in ihren leicht lädierten, überstylten Kostümen einen mitgenommenen Eindruck. In dem kurzweiligen Abend geht es wie bei Shakespeare um die Liebe – und um den Knacks. Um das Leben auf dem Theater und in der Realität, unterfüttert mit Zitaten von Donna Haraway, Sigmund Freud, Gilles Deleuze usw. "Warum nicht einfach mal mit dem Ende beginnen, mit der Panik anfangen?", fragt M(artin Wuttke), um dann zur eigentlichen Frage zu kommen: "Wie kommt der Knacks in das Innen? Und was ist das überhaupt: das Innen?" Und so kuscheln sich die drei abwechselnd in die King-Kong-Monsterhand, die in Shakespeares Zauberwald hineinragt, und philosophieren über den Lauf der Welt und des Theaters, während sie sich durch die Finger hindurchschlängeln und nach der richtigen Schlafposition suchen. Ein entspanntes, vergnügliches Theatererlebnis mit großem Unterhaltungswert. "Dieser Theaterabend glitzert und strahlt, ist intelligent und unterhaltsam." Simon Strauß, FAZ Text und Inszenierung: René Pollesch Bühne: Barbara Steiner Kostüme: Sabin Fleck Licht-Design: Markus Keusch, Kevin Sock Dramaturgie: Karolin Trachte, Anna Heesen (Volksbühne) Mit: Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke Eine Übernahme vom Schauspielhaus Zürich Dauer ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Prinzessinnendramen

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen Schneewittchen irrt durch den Wald und sucht die Wahrheit. Die aber hat sich längst im Dickicht verloren, auch die sieben Zwerge lassen sich nicht blicken. Stattdessen begegnet der jungen Prinzessin ein Mann mit Flinte und feschem Jägerhut. Es ist der Tod, nur notdürftig verkleidet. Von ihm bekommt Schneewittchen Wahrheiten zu hören, die sie gar nicht so genau wissen will, aber auch nicht außer Acht lassen kann. Dass der Tod männlich ist, zum Beispiel. Und dass er seine Flinte im Ernstfall auch benutzt. Als die sieben Zwerge dann doch auftauchen, hinter den sieben Bergen, ist es leider zu spät. Elfriede Jelinek schreibt über ikonische Frauen, deren Dramen sich in aller Öffentlichkeit und auf dem Schlachtfeld der Geschlechter abspielen. Mit scharfem Wortwitz, beißender Ironie und treffender Selbstkritik erzählt sie über patriarchal geprägte Machtverhältnisse und ihre Folgen für das weibliche Selbstverständnis. So sehr sich ihre Prinzessinnen gegen stereotype Zuschreibungen wehren, so wenig können sie sich ihnen entziehen. Zu festgefügt sind die Bilder, denen eine Frau entsprechen muss und zuweilen auch will. Ihre Prinzessinnendramen verfasste Jelinek zu Beginn der 2000er Jahre. KI steckte damals in den Kinderschuhen, das Netz hatte seine Unschuld noch nicht verloren. Seither ist die Zahl der Prinzessinnen stetig gewachsen. Als Influencerinnen reproduzieren sie Schönheitsideale bis zur eigenen Unkenntlichkeit. Und die Männer haben ein neues Machtinstrument in der Hand, das sie lustvoll bespielen. Inszenierung: Tilman Gersch Kostüme: Kerstin Grießhaber Mitarbeit Bühne: Flurin Madsen Musik: Frank Rosenberger Dramaturgie: Barbara Wendland Mit: Josephine Thiesen, Tobias Lutze Live-Musik: Frank Rosenberger, Sophie Müller Preise: 45 € / 38 € / 31 € / 24 € Weitere Termine: FR, 26.02.27, 19:30 UHR SA, 27.02.27, 19:30 UHR
Aufführungen | Tanz

GöteborgsOperans Danskompani

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Weltpremiere See You Sunday Choreographie von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson Deutschlandpremiere We Made a Mess! Choreographie von Botis Seva Katrin Hall, die künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani, trifft bei der Programmgestaltung mutige und unerwartete Entscheidungen im Bestreben, Kunst zu schaffen, die so schön, anspruchsvoll und unvorhersehbar ist wie das Leben selbst. Die GöteborgsOperans Danskompani zählt zu den führenden zeitgenössischen Tanzcompagnien Europas. Ihre Tänzerinnen und Tänzer, die aus über 20 Ländern stammen, bringen ihre ganz eigene Persönlichkeit ein. Zusammen bilden sie ein kreatives und dynamisches Ensemble, das weltweit führende Choreographen nach Göteborg lockt, um dort neue, bahnbrechende Werke zu schaffen. Die Spielzeit 2026/27 soll voller Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Unbekanntem sein. Die Spielzeit beginnt auch mit einer Weltpremiere außerhalb von Göteborg im Theater im Pfalzbau. Die Festspiele Ludwigshafen werden mit einem neuen Stück von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson eröffnet. See You Sunday erforscht Wiederholung und fragmentierte Identitäten durch ihre physische und präzise Bewegungssprache, kombiniert mit zurückhaltendem Humor. Außerdem zeigt die GöteborgsOperans Danskompani We Made a Mess!, ein neues Werk des international renommierten Choreographen Botis Seva, das im Februar 2026 uraufgeführt wurde. Botis Sevas choreographische Handschrift ist im Hip-Hop-Tanzstil verwurzelt und greift Techniken aus Film, Text, Kunst und anderen Tanzsprachen auf. Thematisch sind seine Arbeiten im realen Leben verankert und fangen sowohl seine eigenen Geschichten als auch die seiner Umgebung ein. We Made a Mess! ist, so Botis Seva, von den Machtverhältnissen auf dem Schulhof inspiriert. Preise: 61 € / 51 € / 41 € / 31 €
Aufführungen | Tanz

Scirocco

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Tod in Venedig – Bridge of Sighs Choreographien von John Neumeier, Imre und Marne van Opstal, Omar Román de Jesús, Rainer Behr Gesamtkonzept Slava Tutukin, Marijn Rademaker, Ira Goldbecher WINNDance Company Stuttgart Tod in Venedig Choreographie Imre & Marne van Opstal, Omar Román De Jesús, Rainer Behr Musik Ricardo Villalobos / Max Loderbauer / Mohammad Reza Mortazavi / Boxhead Ensemble, Jesse Scheinin u.a. Bridge of Sighs Konzept und Choreographie John Neumeier Musik Streichquartett Nr. 13 b-Moll op. 138 von Dmitri Schostakowitsch, Friedrich Hollaender, Kurt Weill Kostüme Boss Licht-Design Konstantin Binkin, John Neumeier Film-Regie und Choreographie Javier De Frutos WINNDance Die beiden Choreographien, die die Stuttgarter Compagnie WINNDance unter dem Titel Scirocco präsentiert, haben etwas gemeinsam: beide Werke spielen in Venedig, und in beiden spielt der Handlungsort eine wesentliche Rolle. Thomas Mann verlegte seine Novelle Tod in Venedig in die Stadt der Seufzerbrücke. Im Sommer weht hier der drückend warme Scirocco aus der Sahara durch die engen Gassen, legt einen Schleier aus Sehnsucht und Gereiztheit über Haut und Gedanken und prägt als innere Landschaft die Emotionen. Thomas Manns Protagonist Gustav von Aschenbach durchlebt eine existenzielle Krise. Das Tanzstück inszeniert einen fiktiven, inneren Dialog zwischen dem Autor Thomas Mann und Aschenbach, der den verhängnisvollen Sommer in Venedig nochmals lebendig werden lässt. Videoaufnahmen von Javier De Frutos geben den erzählerischen Rahmen, während die Choreograph:innen Imre und Marne van Opstal, Omar Román De Jesús und Rainer Behr Aschenbachs inneren Konflikt – als Ausdruck von Thomas Manns emotionaler Ambivalenz – in körperlich erfahrbare Bewegung übersetzen. John Neumeiers Bridge of Sighs schöpft Inspiration aus Venedigs Seufzerbrücke, einem Zitat Augustinus’ über die Liebe und der Musik Dmitri Schostakowitschs. Die Brücke, die nur in eine Richtung führt, ruft verschiedene Bilder hervor: Abschied, Sehnsucht und die intensive Gegenwart der Abwesenheit. Die Tänzerinnen und Tänzer verdichten diese Bildwelt zu einer emotionalen Choreographie zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die unverwechselbare Ästhetik der Kostüme von Hugo Boss prägen die künstlerische Sprache des Abends und verleihen jedem Werk visuelle Präsenz. Die WINNDance Company aus Stuttgart, gegründet von Slava Tutukin und Marijn Rademaker, vereint renommierte Tänzerinnen und Tänzer über 40, deren Karrieren Ballett und zeitgenössischen Tanz geprägt haben. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, Choreographen und Partnerinnen aus Mode und Industrie entstehen interdisziplinäre Projekte, die die gesellschaftliche Wahrnehmung des Alters neu denken. Preise: 71 € / 59 € / 48 € / 38 €
Aufführungen | Tanz

Beauséjour

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Compagnie Käfig, Frankreich In seiner neuen Kreation Beauséjour setzt sich Mourad Merzouki mit dem Körper im Wandel der Zeit auseinander. Er stellt sich die Frage, wie sich das Verhältnis zum Körper und zur Bewegung nach einer dreißigjährigen Tänzerkarriere verändert. In den Stücken und Aufführungen wird weiterhin die Schönheit gefeiert, doch es herrscht eine andere Energie und es gibt andere Impulse. Spektakuläre körperliche Höchstleistungen stehen nicht mehr im Vordergrund, sondern es ist vielmehr die Anmut, die die Ästhetik bestimmt, deren Energie von einer anderen Qualität ist. Die Entscheidung, eine Choreographie über die Realität des alternden Körpers zu entwickeln, stellte für Hip-Hop-Tänzer eine Herausforderung dar. Sie mussten sich neue Bewegungsabläufe aneignen und sich Charaktere erarbeiten, die sie verkörperten. So entstand für die Tänzer die Utopie einer Vision alternder, gebeugter Körper, die sich in ihrer Originalität zu liebenswerten Figuren entwickeln. Indem Beauséjour die Kategorien von Schönheit neu definiert, gibt die Choreographie zu bedenken, dass unsere Gesellschaft den Körper zwar akzeptiert und ihn wertschätzt, jedoch nach den spezifischen Kriterien, die sie sich selbst auferlegt hat. In der Musik von Müller & Makaroff wird der argentinische Tango mit elektronischer Musik verbunden, sie entführt in musikalische Gefilde Lateinamerikas und trägt uns weiter von den Marimbas und ternären Rhythmen der kolumbianischen Pazifikküste bis hin zu den Flöten und Charangos der höchsten Gipfel der Anden. „Nostalgie und Lebensfreude, Jugend und Alter, Schlichtheit und tänzerischer Überschwang, Tango und Hip-Hop: Mourad Merzouki meistert mit seiner neuen Choreographie Beauséjour einen Balanceakt und die Verschmelzung der Genres.“ Le Progrès Choreographie: Mourad Merzouki Bühne: Benjamin Lebreton Kostüme: Pauline Zurini, Claire Schirck Licht-Design: Yoan Tivoli Musik: Müller & Makaroff (Gotan Project) Texte: Fabrice Daboni aka Fafapunk Mit: Rémi Autechaud dit RMS, Hugo Ciona, Sabri Colin dit Mucho, Mathilde Devoghel, Killian Drecq, Soufiane Faouzi Mrani, Nathalie Fauquette / Maé Nayrolles, Bastien Guyot dit Bastos, Pauline Journé, Mathis Kaddaoui, Laura Mello Rella, Vanessa Petit, Pauline Rousselet, Maxim Thach, Teddy Verardo Preise: 51 € / 42 € / 34 € / 26 € Dauer: ca. 60 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Oper

Die Zauberflöte

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Sie ist vielleicht die berühmteste Oper aller Zeiten. Wenn in Mozarts »Zauberflöte« die Königin der Nacht und Sarastro aufeinandertreffen, wenn sich Komödie und Tragödie, Aufklärungstheater und Märchenspiel begegnen, dann entsteht ein Kosmos so reich wie das Leben selbst. Tamino liebt Pamina. Papageno ist ein gewiefter Vogelfänger, wünscht sich aber eigentlich nichts sehnlicher als eine Papagena. Doch ganz so einfach ist es nicht. Pamina sei unter rätselhaften Umständen entführt worden, und ausgerechnet Papageno soll Tamino nun helfen, sie zu befreien. Auf ihrer abenteuerlichen Reise zwischen Tag und Nacht, Hoffnung und Verzweiflung müssen die beiden immer wieder auf den Prüfstand stellen, was sie zu wissen glaubten. Denn auf die Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein, gibt es keine einfachen Antworten. Auch musikalisch führt uns die »Zauberflöte« durch eine staunen machende Vielfalt an Stilen, vom einfachen Liedchen bis zur virtuosesten Koloraturarie. Mozarts unbändiger Lust am Spiel stehen Tiefe und Ernst gegenüber, die jeder Figur ihr unverwechselbares Profil verleihen. Regisseurin Cordula Däuper (u. a. »Albert Herring«, »Dido and Aeneas«, »Comedian Harmonists«) wird diesen Spuren nachgehen und zur Eröffnung des Mannheimer Sommers 2026 einen Opernabend kreieren, der die Lust am Theater feiert und uns zugleich nach unseren eigenen Sehnsüchten und Wünschen befragt. Musikalische Leitung: Jānis Liepiņš Regie: Cordula Däuper Video: Sofiia Melnyk Bühne: Friedrich Eggert Kostüm: Sophie du Vinage Licht: Damian Chmielarz Chordirektor: Alistair Lilley Kinderchorleitung: Anke-Christine Kober Dramaturgie: Cordula Demattio Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer ca. 2 Std 50 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Musiktheater

E.L.I.Z.A.

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Gedämpfte Klänge liegen in der Luft, Stimmen tauchen aus der Dunkelheit auf, ein kaum spürbarer Geruch erfüllt den Raum. Wer das Studio Werkhaus betritt, lässt den Alltag hinter sich und tritt ein in eine Zone zwischen Theater, Kunstinstallation und Versuchsanordnung: E.L.I.Z.A. empfängt Besuch. Die immersive Kunstinstallation steht in der Nachfolge von »Salon de Lumière«, jenem vielschichtigen Raumexperiment des Musiktheaterkollektivs Kommando Himmelfahrt. Auch bei »E.L.I.Z.A.« wird das Publikum zum Teil einer begehbaren Komposition aus Klang, Licht, Sprache und Atmosphäre. Im Zentrum steht das Denkmal für den ersten Chatbot der Geschichte: »Eliza«, 1966 von Joseph Weizenbaum entwickelt, ein schlichtes Programm, das aber Menschen bereits dazu brachte, sich verstanden zu fühlen. Heute, rund 60 Jahre später, hat Kommando Himmelfahrt E.L.I.Z.A. wiederbelebt und Weizenbaums kritische Haltung weitergedacht. Aus dem historischen Konversationssystem ist eine theatrale Anwendung entstanden: Würden Sie sich nicht gerne auch selbst optimieren? Fehlt Ihnen im direkten Gespräch auch der Zugriff zu ChatGPT? Ziehen Sie nicht auch manchmal die digitale der wirklichen Welt vor? Atmosphärisch dicht und verführerisch entwirft »E.L.I.Z.A.« die Vision eines Ortes, an dem wir uns neu erfinden können – oder uns fragen müssen, was übrig bleibt, wenn wir Körper und Geist digital entgrenzt haben. Wer mutig ist, tritt ein und lässt sich von E.L.I.Z.A. entführen. Mit Kommando Himmelfahrt (Jan Dvořák, Thomas Fiedler, Julia Warnemünde) in Zusammenarbeit mit Eylien König (Raum und Objekt) und Carl-John Hoffmann (Medienkunst) sowie Wooden Elephant (Aufnahmen »Ideale Landschaft« von Jan Dvořák) Aufenthaltsdauer in der Installation ist frei wählbar. Der Ausstellungsort ist barrierefrei. Teile der Installation sind nicht barrierefrei. Künstlerische Leitung: Kommando Himmelfahrt Raum und Objekt: Eylien König Video: Carl-John Hoffmann
Aufführungen | Schauspiel

Unsere Klasse

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

aus dem Polnischen von Andreas Volk Tadeusz Słobodzianek zeichnet die Lebenswege einer Schulklasse durch die Wirren des 20. Jahrhunderts nach: Wie einstige Freund*innen sich gegenseitig verraten, aber auch beschützen werden. Ein großes, dramatisches Epos. Einst waren sie Klassenkamerad*innen und träumten gemeinsam von der Zukunft. Aber die Teilung Polens brachte zuerst die russische Besatzung, dann die deutsche, und was vorher kaum eine Rolle spielte – Nationalität, Religion – wurde zum alles bestimmenden Kriterium. Im Zentrum des Stückes stehen die realen Ereignisse eines antisemitischen Pogroms 1941, bei dem sich in einem polnischen Dorf einstige Nachbar*innen im Namen der Nazi-Ideologie ermordeten. Hin zu diesem Ereignis und fort von ihm erzählt Słobodzianek von der Verstrickung Einzelner in die Geschichte, von Schuld und Sühne, von Rache, Verdrängung und Verzeihen. »Unsere Klasse« wurde bei der Uraufführung 2010 enthusiastisch gefeiert, kontrovers diskutiert und mit der NIKE, dem wichtigsten Literaturpreis Polens ausgezeichnet. Am Nationaltheater Mannheim wird das Stück in der Regie von Stas Zhyrkov als Studiojahr-Inszenierung der Schauspielstudierenden des dritten Jahrgangs der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main zu sehen sein. Regie: Stas Zhyrkov Bühne & Kostüm: Davide Raiola Musik: Marco Girardin Dramaturgie: Mascha Luttmann Sprache: In deutscher Sprache Dauer 2 Std, ohne Pause
Aufführungen | Tanz

Wer darf hier Mann sein?

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

I AM THE ORANGE TREE IN MY HEAD Choreografie, Bühne / Kostüme: Arianna Di Francesco Kostüme: Julia Headley Licht: Arianna Di Francesco/Wolfgang Schüle Musik: Louis Oehl POSTLUDE Choreografie, Bühne: Tom Weinberger Kostüme: Julia Headley Licht: Yuka Hisamatsu Musik: Matan Daskal "MOMMY, LOOK!" Choregrafie: Imre van Opstal / Marne van Opstal Bühne: Imre van Opstal / Marne van Opstal / Tom Visser Kostüme: Imre van Opstal / Marne van Opstal / Mathilde Baillarger Licht: Tom Visser Musik: Rotem Frimer/Hen Yanni Männlich/weiblich/divers. Binär, non-binär. Wie frei ist das Geschlechterverständnis unserer Zeit? Wie stark wandeln sich die Rollenbilder? Mit Fragen wie diesen setzen sich die international renommierten Gastchoreograf*innen künstlerisch auseinander. Mit dem Geschwisterpaar Imre & Marne van Opstal sind die Gewinner im Fach Choreografie des Deutschen Theaterpreises DER FAUST 2024 in Mannheim zu Gast. Bereits 2022 konnte das Publikum in dem Trio »The little man« die Intensität ihrer choreografischen Sprache am NTM erleben. Nun kehren sie mit der 2023 am Theater Basel entstandenen Arbeit »Mommy, Look!« zurück und präsentieren eine tiefgründige Studie über Männlichkeit in all ihren Facetten. Daneben ist eine Kreation des Choreografen Tom Weinberger zu sehen. Er liebt den intensiven kreativen Dialog mit dem Ensemble, um eine kollektive Dynamik zu schaffen und intime, universelle Themen erlebbar zu machen. Seine Werke zeichnen sich durch eine organisch fließende Bewegungssprache aus, charakteristisch ist die Verbindung von Tanz und Sprache. Körper und Stimme verschmelzen, eröffnen neue Dimensionen der Kommunikation. NTM-Ensemblemitglied Arianna Di Francesco macht erfahrbar, dass sich Identität im Sein ausdrückt – nicht in festen Zuschreibungen. Ein Plädoyer dafür, Menschen Raum zu lassen, ohne Antworten einzufordern. Sprache: mit wenig oder ohne Sprache Dauer 2 Std 15 Min, inkl. zwei Pausen
Aufführungen | Schauspiel

Kampf der Titanen

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Premieren: 10./11.7.2026 Fantasy trifft Antike: Regisseur Christian Weise inszeniert im Alten Kino Franklin ein immersives Theaterspektakel – skurril, absurd, augenzwinkernd, dionysisch. Im »Kampf der Titanen« erlangte Zeus seine ewige Herrschaft und bestimmt seitdem mit den Göttern des Olymps über die Menschen. Fand seine Tyrannei unseres Schicksals jemals ein Ende? Spielerisch und bildgewaltig schöpft der Abend aus der gesamten griechischen Mythologie – ein Feuerwerk aus tragischen Schicksalen, grotesken Gleichnissen und zeitlosen Konflikten: von Gaia, Uranos und Zeus über Prometheus und Io bis hin zu Dionysos, Perseus, Medea, Antigone, Ödipus, Orest und Elektra. Von der Weltschöpfung bis zur Abschaffung der Götter. Für die dreiwöchige Bespielung des Alten Kino Franklins entwirft Bühnenbildner Alexander Naumann eine blau-pinke Kunstwelt, die die Trennung zwischen Zuschauerraum und Bühne aufhebt. Titanen, Gött*innen und Held*innen tragen ihre tragischen Konflikte in verschiedenen Szenerien aus – mit Maske und Kothurn, im geparkten Auto oder in einem Wrestling-Ring. Wie bereits bei »Shakespeares schillernde Welt«, das Weise im Sommer 2022 zum Auszug aus dem Theater am Goetheplatz inszenierte, kann sich das Publikum frei durch diese eigene Welt bewegen und erlebt einen Theaterabend voller direkter und intensiver Begegnungen mit dem gesamten Schauspiel-Ensemble. Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Nationaltheater. Regie: Christian Weise Bühne: Alexander Naumann Kostüm: Josa Marx Licht: Robby Schumann Dramaturgie: Olivia Ebert/Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache
Aufführungen | Oper

Così fan tutte

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Zwei Männer stellen die Treue ihrer Partnerinnen auf die Probe, indem sie in Verkleidung die Verlobte des jeweils anderen verführen. Ein fulminantes Opern-Finale führt zu einem »Happy End«, das alle Verwechslungen aufdeckt – doch betrogen sind am Ende alle. In der Regie von Tatjana Gürbaca wird die »Schule der Liebenden«, wie die Oper im Untertitel heißt, zum poetischen Kammerspiel, für das das Schwetzinger Schlosstheater die ideale Bühne bietet. Musikalische Leitung: Anton Legkii Regie: Tatjana Gürbaca Bühne und Kostüme: Ingrid Erb Chor: Dani Juris Orchester: Nationaltheater-Orchester Chor: Opernchor des Nationaltheaters Mozart-Da Ponte-Zyklus in Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 3 Std 15 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Tanz

Shakespeare & Love

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Über 2000 Mal kommt das Wort »Love« in den Werken Shakespeares vor. Er erfasst das Phänomen Liebe mit einer Tiefe und Komplexität, dass kaum ein Aspekt unbeleuchtet bleibt. Der neue Orchester-Tanzabend entwirft ein Kaleidoskop der Liebe auf Shakespeares Spuren. »Wie Schatten flieht die Lieb, indem man sie verfolgt; sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.« Shakespeares Zeilen, die geradezu danach rufen, in Tanz übersetzt zu werden, und preisgeben, wie unberechenbar die Liebe ist. Sie ist grenzenlos in ihren Ausdrucksformen, wagt, tröstet, täuscht und verletzt, ist flüchtig, tief, leidenschaftlich und romantisch – dabei immer regellos, unordentlich, chaotisch. »Shakespeare & Love« widmet sich den unzähligen Facetten der Liebe in freier Assoziation und lässt Figuren und Motive etwa aus »Romeo und Julia«, »Othello« oder »Ein Sommernachtstraum« lebendig werden. Auch die musikalische Landschaft des Abends reflektiert die Irrfahrt durch die Höhen und Tiefen der Liebe – von intimer Kammermusik und dem vibrierenden, zeitgenössischen Orchesterwerk »Unknown Touch« von Henrik Schwarz weiter zur 3. Sinfonie Lepo Sumeras bis zum »Adagietto« aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie, das in seiner traumverlorenen Schönheit selbst als Liebeserklärung gilt. Musikalische Leitung: Markus L. Frank Choreografie / Bühne: Stephan Thoss Bühne / Kostüm: Romy Liebig Licht: Nicole Berry/Stephan Thoss Dramaturgie: Stephan Thoss/Susanne Wiedmann Sprache: mit wenig oder ohne Sprache Passend zu dieser Produktion zeigt das Cinema Quadrat am Di, 23.06.2026 um 19.30 Uhr den Film »Shakespeare in Love«. Tanzintendant und Chefchoreograf Stephan Thoss gibt eine Einführung zum Film. Mit ihrer Theaterkarte für eine »Shakespeare and Love« Vorstellung erhalten Sie Rabatt auf den Kino-Eintritt. Dauer: 2 Std 20 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Der erfolgreiche Wissenschaftler Dr. Jekyll forscht an einer Spaltung der guten und bösen Anteile der Seele und verwandelt sich in einen skrupellosen Doppelgänger seiner selbst – Mr. Hyde. Johanna Wehner inszeniert die Novelle als chorisches Gesellschaftsportrait. Die Novelle, deren erster Entwurf angeblich auf einen Traum ihres Autors zurückgeht, spielt im nebelverhangenen London des viktorianischen Zeitalters. Sie machte Robert Louis Stevenson mit einem Schlag berühmt und hat das moderne Horrorgenre geprägt. Stevenson erzählt Jekyll und Hyde als zwei eigenständige Figuren – aus der Perspektive der Gesellschaft, die sie umgibt und nicht ahnt, dass es sich um die gleiche Person handelt: Während Hyde nachts sein Unwesen in der Stadt treibt und Hass und Entsetzen hervorruft, zieht sich Jekyll aus der bürgerlichen Öffentlichkeit zurück und ändert sein Testament – ausgerechnet zu Gunsten Hydes! Dabei ist Hyde nicht nur der böse Teil, er ist auch die Gestalt gewordene Sehnsucht des Bürgers Jekyll nach einem egoistischen Handeln ohne gesellschaftliche Folgen. Johanna Wehner, bekannt für ihre aufwendig komponierten Textfassungen, arrangiert die Berichte und Stimmen der Freunde Jekylls zum atmosphärischen Portrait einer Gesellschaft, deren zivile Grundverabredungen durch das Phänomen Hyde erschüttert werden. Wie viel Jekyll, wie viel Hyde steckt in uns? Regie: Johanna Wehner Bühne: Benjamin Schönecker Kostüm: Ellen Hofmann Licht: Robby Schumann Musik: Vera Mohrs Dramaturgie: Olivia Ebert Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 30 Min
Aufführungen | Schauspiel

Miss Sara Jevo

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Sie lebt als Teil der queeren Community in Deutschland, doch ihre Heimat war Jugoslawien, ein Land, das es nicht mehr gibt. Die Frage, wie sich diese Welten verbinden lassen, führt die Dragqueen Sara Jevo zurück in ihre Geburtsstadt Sarajevo. Sarajevo galt einmal als der kulturelle Dreh- und Angelpunkt Jugoslawiens, das für viele der Versuch war, eine gesellschaftliche Utopie von Vielfalt, Solidarität und Unabhängigkeit zu leben. Doch ethno-nationale Bestrebungen brachten diese Utopie zu Fall und überzogen die Region mit grausamen Kriegen, die auch Sara Jevos Familie zur Flucht nach Deutschland zwangen. Jetzt kehrt sie zurück – und das in Drag. Was bedeutet es, als eine andere in die Heimat zurückzukommen? Und was macht diese Heimat eigentlich aus, wenn sowohl sie als auch wir selbst uns immer wieder verändern? Nach ihrem erfolgreichen Debüt »Orlando« bringt die Regisseurin Milo Čortanovački mit Ensemblemitglied Sandro Šutalo alias Sara Jevo ein berührendes Solo zwischen dokumentarischer Recherche und glamouröser Drag-Show auf die Bühne. »Miss Sara Jevo« stellt die vielschichtige Frage nach der eigenen Identität als Akt der Befreiung und Rückeroberung der eigenen Geschichte. Regie: Milo Čortanovački Bühne & Kostüm: Andrijana Trpković Licht: Ronny Bergmann Musik: Ágnes Peregi Dramaturgie: Mascha Luttmann Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 15 Min ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Dinge | über | Leben

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Die Regisseurin Ayşe Güvendiren errichtet ein theatrales Museum als Liebeserklärung für Mevlüde Genç, die 1993 bei einem rassistischen Brandanschlag fünf ihrer Liebsten verlor und sich bis zu ihrem Tod als Friedensbotschafterin engagiert hat. Keine Reiterstandbilder werden hier zu sehen sein, keine Hymnen zu hören, keine monumentalen Artefakte ausgestellt und nicht die Heldentaten alter Könige erzählt. Mit Geschichten, Liedern, materiellen Zeugnissen und in engem Austausch mit Hinterbliebenen erweckt Ayşe Güvendiren eine Frau zum Leben, die vielen nur als Trauernde in Erinnerung ist und deren Leben für so viel mehr steht: für Menschlichkeit, für konkret gelebte Zeitgeschichte im Kontext bundesdeutscher Migrationsgeschichte und rechten Terrors und für die Widerständigkeit einer Frau, die sich im Alltäglichen und oft unsichtbar den großen, gewaltvollen Narrativen entgegengestellt hat. Was ist es wert, erinnert zu werden? Der Theaterabend spielt mit musealen Traditionen und versteht sich als Gegenentwurf. Ayşe Güvendiren hat sich am NTM bereits mit den Arbeiten »Als wäre es gestern gewesen« und »DRUCK!« einem Mannheimer Publikum vorgestellt. Inspiriert ist ihr kommendes Rechercheprojekt vom Werk des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk und seinem Roman »Museum der Unschuld«. Regie: Ayşe Güvendiren Bühne: Marilena Büld/Tavga Guttstadt Kostüm: Oktavia Herbst Musikalische Leitung und Sounddesign: Torsten Knoll Dramaturgie: Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 40 Min, ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Nacht von Lissabon

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

in einer Bühnenfassung von Roman Dolzhansky Eine unkonventionelle Liebesgeschichte in Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Regie führt Maxim Didenko, der nach seiner gefeierten Bühnenadaption von »Ansichten eines Clowns« wieder am NTM inszenieren wird. 1942 am Hafen von Lissabon: Von dort starteten die Schiffe in die Freiheit. Hier warteten tausende verzweifelt auf eines der raren Tickets, versuchten ein Visum und Papiere für die Flucht vor dem Faschismus zu ergattern. Am Kai treffen zufällig zwei Männer aufeinander. Der eine will mit seiner Frau nach Amerika fliehen, besitzt aber weder Pässe noch Tickets. Der andere hat beides und will es dem Fremden überlassen – unter der Bedingung, dass dieser sich seine Geschichte anhört, bevor das Schiff im Morgengrauen ausläuft. Maxim Didenko führt die Zuschauer*innen mit den Figuren in die Nachtclubs und Bars Lissabons, wo Geflüchtete und Gestrandete einer unwahrscheinlichen Zukunft entgegenwarten. Zur Musik all ihrer Herkunftsländer erwacht eine Erzählung zum Leben, die von Liebe und Verrat handelt, von aussichtsloser Hoffnung und unstillbarem Hunger nach Leben. Es ist die Geschichte einer Liebe im Zweiten Weltkrieg, es ist aber auch die Geschichte von Flucht und Vertreibung, die sich bis heute über alle Zeit- und Ortsgrenzen hinweg wiederholt. Regie: Maxim Didenko Bühne & Kostüm: Patricia Talacko Licht: Nicole Berry Musik: Louis Lebee Choreografie: Sofia Pintzou Dramaturgie: Annabelle Leschke/Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Vorstellungsterminen mit arabischen Übertiteln Dauer: 3 Std, inkl. einer Pause Hinweise: - In der Inszenierung kommt es zu expliziter Gewaltdarstellung. Außerdem wird schwere Krankheit thematisiert. - In unserer Inszenierung »Die Nacht von Lissabon« spielen live aufgenommene Videobilder eine zentrale Rolle. Dafür ist es notwendig, dass die auf der Bühne verwendete Kamera mit höchstmöglicher Auflösung und weitestgehend ohne Zeitverzögerung mit der Videoregie kommunizieren kann. Diese Kommunikation erfolgt über ein WLAN-Netz. Leider wird diese WLAN-Verbindung gestört, wenn die Mobiltelefone im Zuschauerraum nicht in den Flugmodus (inkl. abgeschaltetem WLAN) versetzt werden. Wir bitte Sie daher, das Telefon im besten Falle ab-, zumindest aber den Flugzeugmodus ein- und das WLAN auszuschalten, damit es für alle ein tolles und störungsfreies Theatererlebnis wird.
Aufführungen | Schauspiel

Faust

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

in einer Bearbeitung von Daniel Cremer und Mascha Luttmann Übersetzung in Leichte Sprache: Daniel Cremer und Tina Lackner Goethes »Faust« in Leichter Sprache! Mit einer Übersetzung in Leichte Sprache wird die Tragödie über die Suche nach Erkenntnis für alle zugänglich erzählt. Im spielerischen Umgang mit der barrierearmen Sprachform entsteht ein unmittelbarer Zugriff auf den bekannten Klassiker: die Wette zwischen Gut und Böse, das Leiden des Intellektuellen an der Frage nach dem Sinn und die kontroverse Beziehung zur jungen Margarete. Doch auch Goethes Verse sind immer wieder zu hören. Faust ist ein Theater∙stück. Das Theater∙stück ist von Goethe. Sehr viele Menschen kennen das Theater∙stück. In dem Theater∙stück geht es um Faust. Faust ist ein Mann. Er hat sich sein ganzes Leben lang mit Büchern beschäftigt. Jetzt ist er alt und denkt: Ich habe nichts erlebt. Mir macht nichts mehr Spaß. Dann trifft Faust den Teufel. Der Teufel sagt zu Faust: Du kannst viele Abenteuer erleben. Dafür musst du mir deine Seele geben. Faust sagt zum Teufel: Ja ich stimme zu. Eine Hexe gibt Faust einen Zauber∙trank. Der Zauber∙trank macht Faust 30 Jahre jünger. Faust will immer mehr: • Mehr Spaß • Mehr Geld • Mehr über die Welt wissen. Er hetzt von Abenteuer zu Abenteuer. Er ist nie zufrieden. Dann trifft er Gretchen. Regie: Daniel Cremer Bühne & Kostüm: Carolin Gieszner Licht: Wolfgang Schüle MusikOscar Marie Le Merle Berater / Outside-Eye: Bastian Wurbs Dramaturgie: Mascha Luttmann In deutscher Sprache Dauer: 2 Std 15 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Tanz

Choreografische Werkstatt

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Von der Idee zur Bühnenproduktion: In diesem beliebten Format kreieren Tänzerinnen und Tänzer aus dem Ensemble eigene Choreografien. Dabei dürfen sie experimentieren, sich ausprobieren und herausfordern. Tanzintendant Stephan Thoss möchte seine Ensemblemitglieder fördern. Sie sollen nicht nur tanzen, sondern auch choreografieren, neue Bewegungen erforschen, frische Ausdrucksformen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Aber es ist nicht so, dass sich Choreografen nur Bewegungen und Schritte ausdenken. Zum künstlerischen Prozess gehört viel mehr: Kostüme, Maske und Musik, Bühnenbild, Beleuchtung und Besetzung – das komplette Setting. Wer also wertvolle Erfahrungen sammeln, seine Stärken erkennen, Stile und Techniken austesten möchte, erhält dafür im Tanzhaus Raum und Zeit, den nötigen Rückhalt sowieso. Denn es braucht auch Mut. »Das Tanzhaus ist ein denkender Organismus«, sagt Stephan Thoss. Fantasie und Leidenschaft bringen die jungen Choreografinnen und Choreografen immer mit. Und dabei entstehen unkonventionelle Werke. Choreografie, Bühne, Kostüme "THINGS WE SHARE": Reiko Tan Choreografie, Bühne, Kostüme "ALCHEMY": Paloma Galiana Moscardó Choreografie, Bühne, Kostüme "A SHORT STORY ABOUT FALLING": Natsuho Matsumoto Choreografie, Bühne, Kostüme "QUICK WASH": Louis Thuriot Choreografie, Bühne, Kostüme "THE BALLAD OF THE GIGA SIGMA": Leonardo Cheng Choreografie, Bühne, Kostüme "TO THE ONE ON THE EDGE OF FALLING": Rina Hayashi Choreografie, Bühne, Kostüme "IN THE BALLROOM OF MY MIND": Shaun Patrick Ferren Choreografie, Bühne, Kostüme "(SWEET LURE)": Luis Tena Torres Sprache: ohne Sprache
Aufführungen | Schauspiel

Sturmhöhe

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

»Wuthering Heights« (»Sturmhöhe«) ist ein unbändiges, dunkles Märchen über eine abgründige Liebe, über Gewalt, Rache und Versöhnung, voller Natur- und Todessehnsucht und ohne moralische Schranken. Dass dieses Werk aus der Feder einer Autorin stammt war 1847 ein Skandal. In Charlotte Sprengers Inszenierung erfinden und erspielen sich drei Schwestern – inspiriert von den schreibenden Brontë-Schwestern Charlotte, Emily und Anne – diesen wilden und freien Roman. Auf einer entlegenen Anhöhe im nordenglischen Moor liegt der Wohnsitz der Earnshaws. Als das Waisenkind Heathcliff vom Vater in die Familie aufgenommen wird, verschiebt sich ihr Beziehungsgefüge. Sohn Hindley fühlt sich gegenüber Heathcliff zurückgesetzt und entlädt seine Missgunst in Gewalt gegen ihn. Tochter Cathy hingegen entwickelt eine tiefe Bindung zum neuen Stiefbruder. Als Cathy dennoch den wohlhabenden und wohlerzogenen Linton vom Nachbarsgut heiratet, verlässt Heathcliff gedemütigt die Gegend. Wenige Jahre später kehrt er als gemachter Mann zurück und beginnt seinen zwei Generationen überdauernden Rachefeldzug gegen alle, die ihn erniedrigt haben. Nach Brechts »Der gute Mensch von Sezuan« und Schillers »Kabale und Liebe« widmet sich Charlotte Sprenger in ihrer dritten Inszenierung für das Alte Kino Franklin »Sturmhöhe« und seiner faszinierenden Autorin Emily Brontë: »Es ist, als könnte Emily Brontë alles, woran wir den Menschen erkennen, in Stücke reißen und das unkenntlich Gemachte mit einem solchen Lebensgeist füllen, dass es die Realität überschreitet.« (Virginia Woolf) Konzept: Charlotte Sprenger/Aleksandra Pavlović/Olivia Ebert Regie: Charlotte Sprenger Bühne & Kostüm: Aleksandra Pavlović Fassung: Charlotte Sprenger/Olivia Ebert Licht: Damian Chmielarz Musik: Jonas Landerschier Dramaturgie: Olivia Ebert Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 2 Std 40 Min, inkl. einer Pause

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