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Aufführungen | Schauspiel

Slippery Slope

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

unter Mitarbeit von Riah May Knight und Itai Reicher aus dem Englischen von Irina Szodruch »Cancel-Culture«, »Political Correctness«, »alte weiße Männer«. Das hochunterhaltsame Satire-Musical von Yael Ronen und Shlomi Shaban nimmt sich bissig eine der großen Fragen unserer Zeit vor: Wer darf hier eigentlich noch was sagen? Der ehemals berühmte Musiker Gustav Gundesson plant sein Comeback, nachdem er wegen Machtmissbrauchs »gecancelt« wurde. Gar nicht so leicht, denn fast alle seine Songs fallen für ein Comeback-Konzert wegen kultureller Aneignung durch. Dabei haben die Fans früher Songs wie den Beduinen-Hit »Eye of the Camel« begeistert mitgesungen. Gustav hatte doch alles nur gut gemeint, wollte seine Ehe mit Klara und seine Geliebte Sky vor den Fängen der Musikindustrie retten. Während jedoch Sky ihre Solokarriere auf Social Media vorantreibt und die erfolgreiche Chefredakteurin Klara die Mid-Life-Crisis ihres Mannes belächelt, wittert Klaras Angestellte, die Journalistin Stanka, ihre nächste große Enthüllung. Mit viel Witz und Scharfsinn schickt »Slippery Slope« seine Figuren auf das dünne Eis der aktuellen Debattenkultur. Wer hat hier nochmal wen ausgenutzt? Oder viel wichtiger: Wer verkauft seine Geschichte am besten? Die satirische Revue über den Wunsch nach einfachen Wahrheiten wurde 2022 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und kommt jetzt ins Alte Kino Franklin. Regie: Anaïs Durand-Mauptit Bühne & Kostüm: Hilke Fomferra Musikalische Leitung: Sophia Günst Songwriting und Komposition: Shalom Shaban Komposition und Arrangements: Yaniv Fridel/Ofer Shabi Licht: Wolfgang Schüle Choreografie: Emma Kate Tilson Dramaturgie: Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache | an ausgewählten Terminen mit deutschsprachiger Live-Audiodeskription, mit vorheriger Bühnentastführung Dauer: 1 Std 40 Min, ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Leiden des jungen Werther

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Werther ist in Lotte verliebt. Aber Lotte ist mit Albert zusammen. Werther wurde vorgewarnt, es sei hoffnungslos, Lotte außer seiner Reichweite. Aber er erkennt in Lotte eine Seelenverwandte und gibt nicht auf, um sie zu werben… Und ganz uninteressiert scheint auch sie nicht zu sein. Oder? Goethes Briefroman wurde 1774 zu einem Bestseller und machte den damals 25-Jährigen über Nacht berühmt. Der Erfolg hatte unerwartete Nebenwirkungen: Die Geschichte um den jungen Mann, den seine unerwiderte Liebe zu Lotte schlussendlich in den Selbstmord treibt, wurde zum Vorbild und zur Inspiration für viele unglücklich Liebende und löste eine regelrechte Selbstmordwelle aus. Der »Werther-Effekt« ist heute ein Begriff der Sozialpsychologie und bezeichnet das Phänomen »medial vermittelter Nachahmungs-Suizide«. Ist es wirklich Liebe, wenn man von Besitz spricht? Was für eine Art von Liebe empfindet Werther eigentlich für Lotte? In der Inszenierung von Jacqueline Reddington wird Werthers Ego untersucht, das, von Lotte verletzt, die große Geste fordert: die Inszenierung seines Leids. Dafür entwirft die Regisseurin mit ihrem Team einen multimedialen Raum, in dem der junge Werther seinen Selbstmord probt. Ensemblemitglied László Branko Breiding spielt die berühmte Figur als energetisches Solo, das zwischen psychologischem Rollenspiel und direkter Ansprache changiert. Regie: Jacqueline Reddington Bühne & Kostüme: Louis Panizza Video: Leonard Schulz Licht: Ronny Bergmann Dramaturgie: Lena Wontorra Kunst und Vermittlung: Ronja Gerlach Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Stunde; keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Dinge | über | Leben

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Die Regisseurin Ayşe Güvendiren errichtet ein theatrales Museum als Liebeserklärung für Mevlüde Genç, die 1993 bei einem rassistischen Brandanschlag fünf ihrer Liebsten verlor und sich bis zu ihrem Tod als Friedensbotschafterin engagiert hat. Keine Reiterstandbilder werden hier zu sehen sein, keine Hymnen zu hören, keine monumentalen Artefakte ausgestellt und nicht die Heldentaten alter Könige erzählt. Mit Geschichten, Liedern, materiellen Zeugnissen und in engem Austausch mit Hinterbliebenen erweckt Ayşe Güvendiren eine Frau zum Leben, die vielen nur als Trauernde in Erinnerung ist und deren Leben für so viel mehr steht: für Menschlichkeit, für konkret gelebte Zeitgeschichte im Kontext bundesdeutscher Migrationsgeschichte und rechten Terrors und für die Widerständigkeit einer Frau, die sich im Alltäglichen und oft unsichtbar den großen, gewaltvollen Narrativen entgegengestellt hat. Was ist es wert, erinnert zu werden? Der Theaterabend spielt mit musealen Traditionen und versteht sich als Gegenentwurf. Ayşe Güvendiren hat sich am NTM bereits mit den Arbeiten »Als wäre es gestern gewesen« und »DRUCK!« einem Mannheimer Publikum vorgestellt. Inspiriert ist ihr kommendes Rechercheprojekt vom Werk des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk und seinem Roman »Museum der Unschuld«. Regie: Ayşe Güvendiren Bühne: Marilena Büld/Tavga Guttstadt Kostüm: Oktavia Herbst Musikalische Leitung und Sounddesign: Torsten Knoll Dramaturgie: Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 40 Min, ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Beneidenswert ist, wer einen erfüllenden Job hat, eine Beziehung führt, Wohlstand anhäuft, einen schönen Körper hat ... Den Figuren in Sibylle Bergs Roman fehlt all das leider. Sie sind müde vom Leben, genervt von der Ehe und vom Chef sowieso. Also nehmen sie alle auf die ein oder andere Weise Reißaus, kehren dem Alltag den Rücken und beginnen eine verzweifelte Suche: nach der großen (neuen) Liebe, nach Begehren und Freiheit. Nach dem, was nach Glück riecht, während das eigene Leben erdrückt wird von der Langeweile und dem eigenen Selbstmitleid. »Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot« war Sibylle Bergs erster Roman. Er erschien 1997 im Reclam Verlag Leipzig, nachdem erst 50 andere Verlage abgesagt hatten, und wurde ein großer Erfolg. Sibylle Berg ist heute eine der einflussreichsten deutschsprachigen Autor*innen. Sie schreibt Theaterstücke, Romane und Reportagen, hat eine eigene Kolumne auf Spiegel Online und erstellte 2018 mit anderen Autorinnen einen Kanon weiblicher Literatur. Auch vierundzwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung trifft ihre präzise Beobachtung des selbstgemachten Leidens an einer privilegierten Welt. Regisseur Lukas Leon Krüger stellt in seiner Bühnenfassung vier Figuren des Romans in den Vordergrund – Nora, Vera, Helge und Tom treffen schicksalhaft aufeinander, um wieder glücklich zu sein ... und zu sterben? Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es während der Aufführung zu lautem Musikeinsatz und Bühnenschüssen kommt. Es wird an verschiedenen Stellen geraucht und es kommt zum Einsatz von Stroboskoplicht. Der Originaltext kann in Teilen als zynisch, frauenverachtend und gewaltverherrlichend aufgefasst werden. Außerdem werden explizite Sexszenen, selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Alkoholismus, Suizid und Bodyshaming beschrieben. Inszenierung: Lukas Leon Krüger Bühne: Nora Müller Kostüme: Davide Raiola Licht: Ronny Bergmann Dramaturgie: Lena Wontorra Sprache: In deutscher Sprache Dauer: ca. 1 h 30 Min; keine Pause Hinweise: - Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es während der Aufführung zu lautem Musikeinsatz und Bühnenschüssen kommt. Es wird an verschiedenen Stellen geraucht und es kommt zum Einsatz von Stroboskoplicht. - Der Originaltext kann in Teilen als zynisch, frauenverachtend und gewaltverherrlichend aufgefasst werden. Außerdem werden explizite Sexszenen, selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Alkoholismus, Suizid und Bodyshaming beschrieben.
Aufführungen | Tanz

Dancing Queens

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Ein Abend voller Energie, Begegnungen und guter Musik: Bereits zum fünften Mal laden die Soroptimistinnen Mannheim gemeinsam mit dem Nationaltheater Mannheim zu einem besonderen Charity-Event ins Alte Kino Franklin ein. Ob mit Freundinnen, Kolleginnen, Schwestern oder einfach für sich selbst – »Dancing Queens« bietet die perfekte Gelegenheit, gemeinsam zu tanzen, neue Menschen kennenzulernen und einen unbeschwerten Abend zu genießen. Doch »Dancing Queens« ist mehr als eine Party: Mit jeder Karte unterstützen die Gästinnen das Mannheimer Projekt »Müttersprache«. Das Bildungsangebot ermöglicht Frauen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen den Besuch von Deutschkursen, während ihre Kinder betreut werden. So entstehen neue Perspektiven, mehr gesellschaftliche Teilhabe und bessere Chancen für den Alltag und das Berufsleben. Wer tanzt, bewegt an diesem Abend also nicht nur sich selbst, sondern hilft auch dabei, Zukunftschancen für andere Frauen zu schaffen.
Aufführungen | Schauspiel

Miss Sara Jevo

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Sie lebt als Teil der queeren Community in Deutschland, doch ihre Heimat war Jugoslawien, ein Land, das es nicht mehr gibt. Die Frage, wie sich diese Welten verbinden lassen, führt die Dragqueen Sara Jevo zurück in ihre Geburtsstadt Sarajevo. Sarajevo galt einmal als der kulturelle Dreh- und Angelpunkt Jugoslawiens, das für viele der Versuch war, eine gesellschaftliche Utopie von Vielfalt, Solidarität und Unabhängigkeit zu leben. Doch ethno-nationale Bestrebungen brachten diese Utopie zu Fall und überzogen die Region mit grausamen Kriegen, die auch Sara Jevos Familie zur Flucht nach Deutschland zwangen. Jetzt kehrt sie zurück – und das in Drag. Was bedeutet es, als eine andere in die Heimat zurückzukommen? Und was macht diese Heimat eigentlich aus, wenn sowohl sie als auch wir selbst uns immer wieder verändern? Nach ihrem erfolgreichen Debüt »Orlando« bringt die Regisseurin Milo Čortanovački mit Ensemblemitglied Sandro Šutalo alias Sara Jevo ein berührendes Solo zwischen dokumentarischer Recherche und glamouröser Drag-Show auf die Bühne. »Miss Sara Jevo« stellt die vielschichtige Frage nach der eigenen Identität als Akt der Befreiung und Rückeroberung der eigenen Geschichte. Regie: Milo Čortanovački Bühne & Kostüm: Andrijana Trpković Licht: Ronny Bergmann Musik: Ágnes Peregi Dramaturgie: Mascha Luttmann Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 15 Min ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Faust

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

in einer Bearbeitung von Daniel Cremer und Mascha Luttmann Übersetzung in Leichte Sprache: Daniel Cremer und Tina Lackner Goethes »Faust« in Leichter Sprache! Mit einer Übersetzung in Leichte Sprache wird die Tragödie über die Suche nach Erkenntnis für alle zugänglich erzählt. Im spielerischen Umgang mit der barrierearmen Sprachform entsteht ein unmittelbarer Zugriff auf den bekannten Klassiker: die Wette zwischen Gut und Böse, das Leiden des Intellektuellen an der Frage nach dem Sinn und die kontroverse Beziehung zur jungen Margarete. Doch auch Goethes Verse sind immer wieder zu hören. Faust ist ein Theater∙stück. Das Theater∙stück ist von Goethe. Sehr viele Menschen kennen das Theater∙stück. In dem Theater∙stück geht es um Faust. Faust ist ein Mann. Er hat sich sein ganzes Leben lang mit Büchern beschäftigt. Jetzt ist er alt und denkt: Ich habe nichts erlebt. Mir macht nichts mehr Spaß. Dann trifft Faust den Teufel. Der Teufel sagt zu Faust: Du kannst viele Abenteuer erleben. Dafür musst du mir deine Seele geben. Faust sagt zum Teufel: Ja ich stimme zu. Eine Hexe gibt Faust einen Zauber∙trank. Der Zauber∙trank macht Faust 30 Jahre jünger. Faust will immer mehr: • Mehr Spaß • Mehr Geld • Mehr über die Welt wissen. Er hetzt von Abenteuer zu Abenteuer. Er ist nie zufrieden. Dann trifft er Gretchen. Regie: Daniel Cremer Bühne & Kostüm: Carolin Gieszner Licht: Wolfgang Schüle Musik: Oscar Marie Le Merle Berater / Outside-Eye: Bastian Wurbs Dramaturgie: Mascha Luttmann In deutscher Sprache Dauer: 2 Std 15 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Schauspiel

Hamlet

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Intrigen, Überwachung, rauschende Feste und mittendrin ein junger Mann, der sich nach Zugehörigkeit sehnt: Mit dem Rache-Drama »Hamlet« stellt Regisseur Nuran David Calis Fragen nach Identität, Beziehungen und Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Die Trauer um den Vater ist noch frisch, als Hamlet erfährt, dass sein Onkel Claudius seine Mutter ehelichen und auch die Krone im dänischen Königreich übernehmen wird. Hamlet weigert sich, seinen Onkel auf dem Thron zu akzeptieren und verdächtigt ihn des Mordes an seinem Vater. Er ersinnt einen Plan, um Claudius’ Schuld zu beweisen – doch was dann? Selbst den Thron besteigen? Ein junger Mensch bricht auf allen Ebenen mit der Tradition, seiner Familie und seinem Erbe, findet in seinem Widerstand aber keine Balance, sondern verliert sich in seinem Kampf, der immer mehr Opfer fordert. Wie reagieren auf deutlich wahrgenommenes Unrecht, wenn man zugleich eine lähmende Ohnmacht in sich aufsteigen spürt? Kann Gewalt eine Lösung sein? Bekannt für seine Klassiker-Bearbeitungen widmet sich Nuran David Calis der Auseinandersetzung zwischen der jungen und älteren Generation: Zwischen den unzähligen Anforderungen, die Gesellschaft und Elternhaus an junge Menschen stellen, ergeben sich Sinn-Fragen, Widersprüche und Identitätskämpfe. Wo lassen sich Zutrauen, Sicherheit und Heimat finden? Regie & Video: Nuran David Calis Bühne: Irina Schicketanz Kostüm: Anna Sünkel Licht: Robby Schumann Musik: Vivan Bhatti Dramaturgie: Annabelle Leschke Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Vorstellungsterminen mit Übertiteln auf Arabisch oder Farsi Dauer: 2 Std 40 Min, zzgl. Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Freiheit einer Frau: Monique bricht aus

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

in den Übersetzungen von Hinrich Schmidt-Henkel und Sonja Finck Der französische Star-Autor Édouard Louis portraitiert seine Mutter: die prekären Verhältnisse ihrer Klasse, wie viel sie vom Leben will, wie wenig sie bekommt und wie es ihr endlich gelingt, sich aus Abhängigkeit und männlicher Gewalt zu befreien. Was kostet die Freiheit einer Frau? Aufgewachsen im französischen Norden, wo die Leute in Fabriken arbeiteten, bis diese vor 20 Jahren schlossen, scheint Moniques Lebensweg vorgezeichnet: abgebrochene Ausbildung der Kinder wegen, Abhängigkeit von ihrem Mann, politisch gewollte Armut. Ihr Sohn, Édouard Louis, begann aus Rache mit dem Schreiben, als Protest gegen Klassenunterschiede und die Unsichtbarkeit von Menschen ohne Privilegien. In seinen Erzählungen »Die Freiheit einer Frau« und »Monique bricht aus« schlägt er ungewöhnlich zärtliche Töne an. Er beschreibt den Weg seiner Mutter auf die gesellschaftliche Bühne, die sonst nur den »feinen Leuten« vorbehalten ist und die Kosten ihres Freiheitskampfes: ihre Scham, die Stapel von Formularen, die sie ausgefüllt hat, die finanziellen Mittel und die ungeheure Kraftanstrengung, die es forderte. Regie führt Jan Friedrich, der mit seiner Arbeit »Blutbuch« zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen wurde und sich bereits 2017 mit »Faust« dem Mannheimer Publikum vorgestellt hat. Regie & Kostüm: Jan Friedrich Bühne: Louisa Robin Licht: Robby Schumann Musik: Friedrich Byusa Blam Dramaturgie: Mascha Luttmann Sprache: In deutscher Sprache Dauer: 1 Std 25 Min, ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Es sagt, es liebt uns

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

KI Roboter MO-NI ist ein Fehler im System. Als stets verfügbare Lebenshilfe bestellt, entwickelt sie einen eigenen Willen – mit weitreichenden Konsequenzen für eine Kleinfamilie und die Welt. Eine emotionale Erzählung digitaler Transformation von Hausautor Emre Akal. Die Welt hat sich gedreht. Die Digitalisierung ist vorangeschritten. Erich K. ist im Sessel sitzen geblieben, blickt skeptisch auf ein Draußen, das er nicht mehr versteht und vermisst seine verstorbene Frau. In dieser Situation betritt eine Modular-Organische-Neuro-Intelligenz, kurz MO-NI, die Szene. Zur Entlastung seiner Tochter soll sie liegen gebliebene Care-Arbeit erledigen - mit Daten der verstorbenen Mutter und Ehefrau gefüttert. Fremd blickt der Vater auf »das Ding«. Fremd blickt MO-NI zurück auf die Gepflogenheiten der Humanoiden. Im Spiegel dieser Blicke entwickelt Emre Akal eine Geschichte zwischen Sci-Fi und Familiendrama, zwischen absurder Komik und Melancholie, die Grundannahmen menschlichen Zusammenlebens reflektiert. Denn in Folge unvorhergesehener Abweichungen vom definierten Systemablauf verlangt MO-NI mit der Zeit mehr als nur dienendes Assistieren. Sie »will auch jemand sein« und konfrontiert die überforderte Kleinfamilie mit Fragen zu familiären Klischees, mit einem Bedürfnis nach echter Zugehörigkeit und eigenen Wünschen. Als Hausautor der Spielzeit 2025.26 hat Emre Akal das Auftragswerk »Es sagt, es liebt uns« für das Nationaltheater Mannheim entwickelt. Der Regisseur und Dramatiker wurde für seine Stücke bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem exil-Dramatiker*innenpreis der WIENER WORTSTAETTEN und dem Förderpreis für Theater der Stadt München und den Bayerischen Kunstpreis für Literatur. Der Aufenthalt von Emre Akal als Hausautor in der Spielzeit 2025.26 wird ermöglicht durch die Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e. V. Regie: Dennis Duszczak Bühne: Thilo Ullrich Kostüm: Frederike Marsha Coors Musik: Jan Preißler Produktionsdramaturgie: Franziska Betz Dramaturgie Hausautorenschaft: Olivia Ebert Auftragswerk Sprache: In deutscher Sprache | An ausgewählten Terminen mit deutschsprachiger Live-Audiodeskription mit vorheriger Bühnentastführung. Dauer: 1 Std 35 Min, ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Kasimir und Karoline

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Premiere: 25.9.2026 Kasimir wird arbeitslos, doch seine Verlobte Karoline will sich davon weder ihren Optimismus noch ihre eigenen beruflichen Ambitionen nehmen lassen. Prompt steht beider Liebe auf dem Prüfstand. Was gibt den beiden Halt in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten, auf wen oder was können sie hoffen? In seinen Volksstücken spiegelt Horváth das Politische im Kleinen. Er schildert die gesellschaftliche Zerrissenheit der späten Weimarer Republik und die Not von Angestellten und Arbeiter*innen, deren Leben in der seit 1929 andauernden Weltwirtschaftskrise von den wenigen großen Privatunternehmen abhängt, die noch Arbeit bieten. Satirisch, aber liebevoll zeichnet er ihre (und unsere) Sehnsucht nach Selbstbestimmung, nach Aufstieg trotz Krise. Seine Figuren leben in vollen Zügen, scheitern krachend, lieben hungrig. Charlotte Sprenger und ihr Team zeigen den Klassiker mit heutigem Blick und verlegen den Schauplatz des Stücks vom Oktoberfest der 1930er Jahre auf die Betriebsfeier eines Technologieunternehmens der Gegenwart. Vor dem Hintergrund multipler Krisen, verringerter Sozialleistungen und Aufrüstung, verändern KI und Robotik Arbeit und Leben nachhaltig. Immer mehr Menschen scheinen ersetzbar, während einzelne global agierende Tech-Unternehmer Medienmacht, Kapital und persönlichen Reichtum anhäufen. Was macht das mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen? Spielerisch, musikalisch und visuell stark befragt die Inszenierung Horváths Figuren nach individuellen Handlungsoptionen in der allgemeinen Misere. Regie: Charlotte Sprenger Bühne & Kostüm: Aleksandra Pavlović Licht: Robby Schumann Musik: Philipp Plessmann Dramaturgie: Olivia Ebert Sprache: In deutscher Sprache
Aufführungen | Schauspiel

Nora oder Ein Puppenhaus

Nationaltheater Mannheim - Schauspiel

Premiere: 24.9.2026 Luxuriöses Haus, schöne Kinder, glänzende Zukunft – ein (Alb-)Traum. Nora hat Freiheit gegen Status eingetauscht und lebt als hübsches Spielzeug ihres Gatten im titelgebenden Puppenhaus. Henrik Ibsens bewegende Emanzipationsgeschichte neu erzählt von Julia Gudi. Das bürgerliche Lebensmodell als Theater, die Rolle der Frau: schön sein, lustig sein, harmlos sein. Nora spielt sie glänzend, erntet gesellschaftliche Privilegien und bezahlt mit dem Verlust ihrer Eigenständigkeit. Sie lebt in der Scheinwelt eines Hauses voller belangloser Dinge. Doch immer deutlicher treten harte Fakten seines Fundaments ans Tageslicht: patriarchale Strukturen, Wohlstand auf Kosten weniger Privilegierter, Kreditbetrug. Henrik Ibsens Nora ist eine schillernde Figur, changierend zwischen aufopfernder Selbstaufgabe und Luxusgirl, feministischer Ikone und privilegierter Lügnerin. Unzählige Male wurde das Stück überschrieben und neu gedeutet. 147 Jahre nach seinem Erscheinen eignet es sich hervorragend für einen Kassensturz zum Thema weiblicher Emanzipation. Julia Gudi überschreibt das Drama aus aktueller Perspektive. Sie inszeniert ein modernes Kammerspiel, in dem romantische Beziehungen als politischer Raum sichtbar werden und wie Liebe, Macht und ökonomische Abhängigkeit bis heute verstrickt sind. Regie: Julia Gudi Video: Laura Krabes Bühne & Kostüm: Carolin Wirth Licht: Ronny Bergmann Musik: Moritz Schauer Dramaturgie: Franziska Betz Sprache: In deutscher Sprache
Aufführungen | Tanz

Dreamer

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Premiere: 8.10.2026 Drei Kreationen tauchen ein in die Welt des Traums als Quell von Inspiration und Schaffenskraft. Daneben feiert das Reggae-Tanzstück »The Dreamer« sein Comeback und damit den Traum von einer besseren Welt. Träume sind intim. Sie sind Teil unseres Innersten, wachen über unsere Ängste und Wünsche und verweben das Vertraute mit dem Rätselhaften. Sie fesseln aufgrund der Intensität, in der wir sie erleben, und im Traum – wie in der Kunst – sind Fantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die choreografischen Newcomer Rubén Julliard – ehemals Solist am NTM – und Lilit Hakobyan widmen ihre Arbeiten dem kreativen Potential des Unbewussten und lassen individuelle Traumwelten aufleben, während Stephan Thoss in seiner Kreation mit der Magie des Uneindeutigen spielt und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen lässt. Daneben kommt mit »The Dreamer« des französischen Choreografen Martin Harriague eine getanzte Vision auf die Bühne zurück. Sein vom Geist des Reggaes inspiriertes und zu Songs der kalifornischen Band ›Groundation‹ für NTM Tanz geschaffenes Tanzstück beschreibt Harriague als »eine sinnliche und musikalische Erfahrung, explosiv und groovy, aber auch spirituell, mit einer Botschaft der Einheit und des Friedens«.
Aufführungen | Oper

Simon Boccanegra

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Premiere: 24.10.2026 von Giuseppe Verdi | Libretto von Francesco Maria Piave und Arrigo Boito nach Antonio García Gutiérrez »Una tomba … Un trono!« – »Ein Grab … Ein Thron!« Knapper kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen, was Verdi an dem Drama um den Korsaren Simon Boccanegra reizte: Der schicksalhafte Konflikt zwischen politischer Verantwortung und persönlichem Glück. Denn in dem Moment, in dem Simon zum Dogen ausgerufen das höchste Herrscheramt zuerkannt bekommt, erfährt er vom Tod seiner geliebten Maria. Dabei hatte er sich auf eine politische Karriere einzig in der Hoffnung eingelassen, auf diese Weise den Widerstand von Marias Vater Fiesco überwinden und sie offiziell zu seiner Frau machen zu können. Der Verlust wird zum einschneidenden Trauma, das nicht nur Simons Leben für immer verändert. Vor dem Hintergrund heftiger politischer Spannungen, der Suche nach seiner verloren geglaubten Tochter und bitteren Schuldzuschreibungen tritt Simons unstillbare Sehnsucht nach Frieden und Vergebung umso dringlicher hervor. Verdis Alterswerk – über 20 Jahre nach der Uraufführung überarbeitete er die Oper gemeinsam mit Arrigo Boito grundlegend und gab ihr ihre heutige Gestalt – ist bei Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli in besten Händen. Regisseurin Yona Kim wird »Simon Boccanegra« als packendes Familiendrama auf die Bühne des OPAL bringen. Musikalische Leitung: Roberto Rizzi Brignoli/Luka Hauser Regie: Yona Kim Bühne: David Hohmann Kostüm: Frank Schönwald Licht: Damian Chmielarz Chordirektor: Alistair Lilley Dramaturgie: Albrecht Puhlmann/Cordula Demattio Übertragung auf OperaVision, Streaming mit freundlicher Unterstützung von OperaVision und Opera Europa Next Generation, kofinanziert von der Europäischen Union. Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Aufführungen | Oper

Reise zum Mond

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Premiere: 2.10.2026 nach Jules Verne | Libretto von Jan Dvořák | Uraufführung Der Krieg ist vorbei. Doch ist Genügsamkeit nicht jedermanns Sache. Die Mitglieder des Kanonenklubs haben ihr neues Ziel schnell am Himmel ausgemacht: den Mond. Jules Vernes Abenteuerroman wird zu einer spektakulären Opernreise für Jung und Alt. In Baltimore tagt der Kanonenklub. Die Vereinigung kampfeslüsterner Kriegsveteranen hat seit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs nicht mehr viel zu tun – und ihre Kanonen noch weniger. Doch steht am Ende dieser Sitzung ein wahnwitziger Entschluss: Ein Geschoss soll mittels einer Kanone zum Mond katapultiert werden. Bald berichten Zeitungen, Experten melden sich zu Wort: Der Mond wird zur Zielscheibe menschlichen Fortschrittsglaubens. Und während in der Wüste Floridas tausende Öfen die glühende Hitze zum Guss einer gigantischen Abschusskanone beisteuern, blickt Luna mit Beben auf ihren blauen Planeten herab. Was erhoffen sie sich vom Schuss? Jules Vernes Doppelroman von 1865 und 1870 entfaltet mit großer Bildkraft und feinem Witz eine Satire auf bedingungslosen Fortschrittsglauben und männliche Allmachtsfantasien. Die Opernfassung von Alexander R. Schweiß und Jan Dvořák bündelt die haarsträubende Parabel zu einem mitreißenden Musiktheater, das opulente Klangkraft mit satirischer Schärfe verbindet. Humorvoll in Szene gesetzt von Nigel Lowery! Komposition: Alexander R. Schweiß Libretto: Jan Dvořák Musikalische Leitung: Anton Legkii Regie, Bühne und Kostüm: Nigel Lowery Video: Thilo David Heins Cartoon-Animation: Anna-Maria Würtz Licht: Nicole Berry Dramaturgie: Daniel Joshua Busche Kunst & Vermittlung: Jessica Salzmann Alter: ab 11 Jahren Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungen | Oper

Die Zauberflöte

Nationaltheater Mannheim - Oper / Tanz / Konzert

Sie ist vielleicht die berühmteste Oper aller Zeiten. Wenn in Mozarts »Zauberflöte« die Königin der Nacht und Sarastro aufeinandertreffen, wenn sich Komödie und Tragödie, Aufklärungstheater und Märchenspiel begegnen, dann entsteht ein Kosmos so reich wie das Leben selbst. Tamino liebt Pamina. Papageno ist ein gewiefter Vogelfänger, wünscht sich aber eigentlich nichts sehnlicher als eine Papagena. Doch ganz so einfach ist es nicht. Pamina sei unter rätselhaften Umständen entführt worden, und ausgerechnet Papageno soll Tamino nun helfen, sie zu befreien. Auf ihrer abenteuerlichen Reise zwischen Tag und Nacht, Hoffnung und Verzweiflung müssen die beiden immer wieder auf den Prüfstand stellen, was sie zu wissen glaubten. Denn auf die Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein, gibt es keine einfachen Antworten. Auch musikalisch führt uns die »Zauberflöte« durch eine staunen machende Vielfalt an Stilen, vom einfachen Liedchen bis zur virtuosesten Koloraturarie. Mozarts unbändiger Lust am Spiel stehen Tiefe und Ernst gegenüber, die jeder Figur ihr unverwechselbares Profil verleihen. Regisseurin Cordula Däuper (u. a. »Albert Herring«, »Dido and Aeneas«, »Comedian Harmonists«) wird diesen Spuren nachgehen und zur Eröffnung des Mannheimer Sommers 2026 einen Opernabend kreieren, der die Lust am Theater feiert und uns zugleich nach unseren eigenen Sehnsüchten und Wünschen befragt. Musikalische Leitung: Luka Hauser/Anton Legkii/Jānis Liepiņš Regie: Cordula Däuper Video: Sofiia Melnyk Bühne: Friedrich Eggert Kostüm: Sophie du Vinage Licht: Damian Chmielarz Chordirektor: Alistair Lilley Kinderchorleitung: Anke-Christine Kober Dramaturgie: Cordula Demattio Sprache: In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std 50 Min, inkl. einer Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der Drache

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Pfalzbau Bürger Bühne In einer kleinen Stadt, die überall sein könnte, geht es gemächlich zu. Die Bürgerinnen und Bürger gehen ihren Geschäften nach, üben ihr Handwerk aus und empfinden es als Ereignis, wenn einmal starker Wind weht. Sie wissen, dass es besser ist, sich still und unauffällig zu verhalten. Seit 382 Jahren wird die Stadt von einem Drachen beherrscht, der keinen Widerstand duldet. Also hat man sich mit ihm arrangiert und tut alles, um das dreiköpfige Ungeheuer nicht zu reizen. Auch das jährliche Jungfrauenopfer wird schweigend, fast gleichgültig hingenommen. In diesem Jahr trifft es Elsa. Wie viele vor ihr wird sie den Drachen in seiner Höhle lausen müssen und anschließend vor Ekel sterben. Aber dann passiert doch etwas Unerwartetes: Ein Fremder kommt in die Stadt und sagt dem Drachen den Kampf an. Die Märchenstücke des russischen Dramatikers Jewgeni Schwarz sind für Menschen aller Altersstufen geeignet. Ihr Zauber funktioniert ganz pur, ist aber doch immer mit einem politischen Aspekt verknüpft. Der Drache entstand 1943, zur Zeit des Faschismus. Ganz sicher ist es ein Untier, das in der kleinen Stadt ein autoritäres System etabliert hat. Am Leben erhalten dieses System aber auch die Bewohner, die den Machtmechanismus der Angst allzu willig bedienen. Erst am Ende wird ihnen bewusst, dass es nicht reicht, den Drachen zu töten. Nur wenn die Angst besiegt ist, hat Unterdrückung keine Chance mehr. Inszenierung: Tilman Gersch Musik: Frank Rosenberger Dramaturgie: Barbara Wendland Mit Bürgerinnen und Bürgern aus Ludwigshafen und der Region Einheitspreis: 20 € / ermäßigt 12 €
Aufführungen | Schauspiel

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin Es gibt in Berlin-Wilmersdorf ein Café, das den Namen Manzini trägt. Hier soll angeblich die Aufführung entstanden sein, die in der Kurzversion den Namen im Titel trägt. Man wähnt sich in einem Urwald: ein Bach plätschert, das umliegende Dickicht aus Pflanzen und Bäumen ist in ein schummriges Dämmerlicht getaucht. Mitten in diese Kulisse ragt eine riesige Hand, schwarz behandschuht und offenbar schön weich. Auf dieser Hand spielt sich ein Großteil der Aktionen der drei Darsteller*innen Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke in dieser 2018 in Zürich herausgekommenen und von der Kritik gefeierten Inszenierung René Polleschs ab. In typischer Pollesch-Manier darf sich das Publikum auf amüsante und nachdenklich stimmende Dialoge der drei virtuosen Schauspieler freuen, die sich über Fragen des Theaters, Politik und Gesellschaft kluge Gedanken machen und ihren ganz eigenen Drive entfesseln. Nach einer sechsstündigen Aufführung von Shakespeares Sommernachtstraum wissen R, K und M nicht mehr ein und aus, bringen Anfang und Ende durcheinander und machen in ihren leicht lädierten, überstylten Kostümen einen mitgenommenen Eindruck. In dem kurzweiligen Abend geht es wie bei Shakespeare um die Liebe – und um den Knacks. Um das Leben auf dem Theater und in der Realität, unterfüttert mit Zitaten von Donna Haraway, Sigmund Freud, Gilles Deleuze usw. "Warum nicht einfach mal mit dem Ende beginnen, mit der Panik anfangen?", fragt M(artin Wuttke), um dann zur eigentlichen Frage zu kommen: "Wie kommt der Knacks in das Innen? Und was ist das überhaupt: das Innen?" Und so kuscheln sich die drei abwechselnd in die King-Kong-Monsterhand, die in Shakespeares Zauberwald hineinragt, und philosophieren über den Lauf der Welt und des Theaters, während sie sich durch die Finger hindurchschlängeln und nach der richtigen Schlafposition suchen. Ein entspanntes, vergnügliches Theatererlebnis mit großem Unterhaltungswert. "Dieser Theaterabend glitzert und strahlt, ist intelligent und unterhaltsam." Simon Strauß, FAZ Text und Inszenierung: René Pollesch Bühne: Barbara Steiner Kostüme: Sabin Fleck Licht-Design: Markus Keusch, Kevin Sock Dramaturgie: Karolin Trachte, Anna Heesen (Volksbühne) Mit: Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke Eine Übernahme vom Schauspielhaus Zürich Dauer ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Prinzessinnendramen

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen Schneewittchen irrt durch den Wald und sucht die Wahrheit. Die aber hat sich längst im Dickicht verloren, auch die sieben Zwerge lassen sich nicht blicken. Stattdessen begegnet der jungen Prinzessin ein Mann mit Flinte und feschem Jägerhut. Es ist der Tod, nur notdürftig verkleidet. Von ihm bekommt Schneewittchen Wahrheiten zu hören, die sie gar nicht so genau wissen will, aber auch nicht außer Acht lassen kann. Dass der Tod männlich ist, zum Beispiel. Und dass er seine Flinte im Ernstfall auch benutzt. Als die sieben Zwerge dann doch auftauchen, hinter den sieben Bergen, ist es leider zu spät. Elfriede Jelinek schreibt über ikonische Frauen, deren Dramen sich in aller Öffentlichkeit und auf dem Schlachtfeld der Geschlechter abspielen. Mit scharfem Wortwitz, beißender Ironie und treffender Selbstkritik erzählt sie über patriarchal geprägte Machtverhältnisse und ihre Folgen für das weibliche Selbstverständnis. So sehr sich ihre Prinzessinnen gegen stereotype Zuschreibungen wehren, so wenig können sie sich ihnen entziehen. Zu festgefügt sind die Bilder, denen eine Frau entsprechen muss und zuweilen auch will. Ihre Prinzessinnendramen verfasste Jelinek zu Beginn der 2000er Jahre. KI steckte damals in den Kinderschuhen, das Netz hatte seine Unschuld noch nicht verloren. Seither ist die Zahl der Prinzessinnen stetig gewachsen. Als Influencerinnen reproduzieren sie Schönheitsideale bis zur eigenen Unkenntlichkeit. Und die Männer haben ein neues Machtinstrument in der Hand, das sie lustvoll bespielen. Inszenierung: Tilman Gersch Kostüme: Kerstin Grießhaber Mitarbeit Bühne: Flurin Madsen Musik: Frank Rosenberger Dramaturgie: Barbara Wendland Mit: Josephine Thiesen, Tobias Lutze Live-Musik: Frank Rosenberger, Sophie Müller Preise: 45 € / 38 € / 31 € / 24 € Weitere Termine: FR, 26.02.27, 19:30 UHR SA, 27.02.27, 19:30 UHR
Aufführungen | Tanz

GöteborgsOperans Danskompani

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Weltpremiere See You Sunday Choreographie von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson Deutschlandpremiere We Made a Mess! Choreographie von Botis Seva Katrin Hall, die künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani, trifft bei der Programmgestaltung mutige und unerwartete Entscheidungen im Bestreben, Kunst zu schaffen, die so schön, anspruchsvoll und unvorhersehbar ist wie das Leben selbst. Die GöteborgsOperans Danskompani zählt zu den führenden zeitgenössischen Tanzcompagnien Europas. Ihre Tänzerinnen und Tänzer, die aus über 20 Ländern stammen, bringen ihre ganz eigene Persönlichkeit ein. Zusammen bilden sie ein kreatives und dynamisches Ensemble, das weltweit führende Choreographen nach Göteborg lockt, um dort neue, bahnbrechende Werke zu schaffen. Die Spielzeit 2026/27 soll voller Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Unbekanntem sein. Die Spielzeit beginnt auch mit einer Weltpremiere außerhalb von Göteborg im Theater im Pfalzbau. Die Festspiele Ludwigshafen werden mit einem neuen Stück von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson eröffnet. See You Sunday erforscht Wiederholung und fragmentierte Identitäten durch ihre physische und präzise Bewegungssprache, kombiniert mit zurückhaltendem Humor. Außerdem zeigt die GöteborgsOperans Danskompani We Made a Mess!, ein neues Werk des international renommierten Choreographen Botis Seva, das im Februar 2026 uraufgeführt wurde. Botis Sevas choreographische Handschrift ist im Hip-Hop-Tanzstil verwurzelt und greift Techniken aus Film, Text, Kunst und anderen Tanzsprachen auf. Thematisch sind seine Arbeiten im realen Leben verankert und fangen sowohl seine eigenen Geschichten als auch die seiner Umgebung ein. We Made a Mess! ist, so Botis Seva, von den Machtverhältnissen auf dem Schulhof inspiriert. Preise: 61 € / 51 € / 41 € / 31 €

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