ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart lädt vom 4. bis 8. Februar 2026 ins Theaterhaus Stuttgart ein. Konzerte, Performances und Konzertinstallationen stehen auf dem Programm.
Als Festival der freien Szene behauptet ECLAT Festival neue Musik Stuttgart seinen wichtigen Platz neben den großen Rundfunk-basierten europäischen Festivals neuer Musik. Seit über 40 Jahren steht das Festival für eine große Offenheit gegenüber allen Strömungen neuer Musik, für Risikofreude und die Lust am Unerwarteten. Mit einem Schwerpunkt auf Künstler*innen, die virtuos die Möglichkeiten digitaler Medien ausreizen im Spiel mit den Genres, im Auflösen von Raum, Perspektiven und Funktionen, stellt ECLAT seinem neugierig-aufmerksamen Publikum eigensinnige interdisziplinäre Formate zwischen Musiktheater, Performance, Installation und Konzert-Inszenierung vor. Dabei stehen stets Projekte im Zentrum, die Vertrautes hinterfragen, aktuelle künstlerische Diskurse widerspiegeln und im gesellschaftlichen Kontext verortet sind. ECLAT ist vor allem von Eigenproduktionen und internationalen Koproduktionen geprägt, aber auch von Kooperationen mit Kultur-Akteuren in der Region. So gehört das Preisträgerkonzert zum Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart zum festen Bestandteil des Festivals, ebenso die beiden Konzerte von SWR Symphonieorchester Stuttgart und SWR Vokalensemble, die der SWR als Kooperationspartner stets in ECLAT einbringt.
Kontakt
ECLAT Festival Neue Musik
Musik der Jahrhunderte Siemensstraße 13 D-70469Stuttgart
Neue Vocalsolisten
Ensemble C Barré
Leitung: Sébastien Boin
Francesca Verunelli: Songs & Voices
für sechs Stimmen, 10 Instrumente und Elektronik (2022/23)
Kompositionsauftrag von Biennale Venedig, IRCAM-Centre Pompidou, Musik der Jahrhunderte Stuttgart, GMEM–Centre national de création musicale, ittener Tage Für Neue Kammermusik, unterstützt durch »l’aide à l’écriture d’une œuvre musicale nouvelle originale« des französischen Kulturministeriums
Eine Koproduktion von La Biennale di Venezia, IRCAM, GMEM, Centre National de Création Musicale de Marseille, Grame CNCM, Musik der Jahrhunderte, Wittener Tage für neue Kammermusik 2024.
Hear it Coming - Multimediale Performance/Installation (UA)
von und mit:
Andreas Eduardo Frank, Uli Fussenegger,
Jeanne Larrouturou, Sarah Maria Sun, Marcus Weiss
Szenografie: Thomas Giger
Klangregie: SWR Experimentalstudio
Der Kompositionsauftrag an Andreas Eduardo Frank und die Produktion werden gefördert durch Fachausschuss Musik, Basel-Landschaft.
New Sounds of the Future
Neue Werke von jungen Komponist*innen aus Osteuropa
Die Werke entstanden in einem dreiteiligen Kompositionsworkshop von Dezember 2024 bis Januar 2026 Mentoren: Vykintas Baltakas, Sergej Newski, Luxa M. Schüttler.
Eine Zusammenarbeit von: Musik der Jahrhunderte mit dem Goethe Institut Vilnius und dem LENsemble Vilnius.
Frederik Munk Larsen, Gitarre
SWR Symphonieorchester
Leitung: Pablo Rus Broseta
Oxana Omelchuk: Neues Werk für Orchester (UA)
Malin Bång: Konzert für Gitarre und Orchester (UA)
Arnulf Herrmann: high and low and fast and slow für Orchester (UA)
Neue Vocalsolisten
Johanna Vargas, Sopran
Susanne Leitz-Lorey, Sopran
Chiara Ducomble, Alt
Martin Nagy, Tenor
Guillermo Anzorena, Bariton
Andreas Fischer, Bass
Hanan Hadžajlić: Requiem Ex Machina
für sechs verstärkte Stimmen (2022/23)
Jug Marković: NULA
für sechs Stimmen (2022)
Ana Pandevska: Electroacoustic mantra From Ex YU to EU
für Sopran, Mezzosopran und feste Medien (2023)
Nina Perović: Apparatus
für sechs Singstimmen und Elektronik (2025)
Ylli Daklani: When all the leaves have been burned
für drei Stimmen (2025)
Petra Strahovnik: SCREAdoM
für fünf Stimmen, Klanginstallation und Elektronik (2023)
Helena Skljarov: The Blue Giraffe
für fünf Stimmen, Elektronik und Video (2023)
Ein Triptychon
In einem multidisziplinären künstlerischen Prozess reflektieren sieben Komponist:innen aus den sieben Staaten, die aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgegangen sind, die Zeit der Balkan Kriege und die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Menschen des West-Balkan heute ihre gemeinsame Geschichte interpretieren.
Teil 1: Konzert
Die sieben Werke für Stimmen und Elektronik sprechen eine große Bandbreite von Themen an, von ernsten und ironischen Rückblicken, existenziellen Erfahrungen bis hin zu Zukunftsperspektiven: gesellschaftliche Reflexionen über den Zusammenprall von Religionen und Ethnien, Nationalismus, Ex-Yu-Sehnsucht und EU-Hype, Hyperinflation, physischer und psychischer Gewalt und über den radikalen Optimismus einer Nachkriegsgeneration.
Teil 2: The Fragile Art of Living Together
8-Kanal-Videoinstallation
Eine begehbare 8-Kanal-Videoinstallation konfrontiert das Publikum mit einer Vielzahl von Stimmen. Interviews, die die Komponist:innen in ihren Heimatländern geführt haben–mit Familienmitgliedern und mit Menschen aus allen Bereichen der Zivilgesellschaft–vermitteln einen Eindruck von der Herausforderung, das Zusammenleben in der Vielzahl von Nationalitäten, Ethnien und Religionen zu meistern.
Teil 3 : Coda
Einblicke in eine ungewisse Zukunft
Kurze aphoristische musikalische Statements werfen neue Schlaglichter auf die Themen. War der Konzertteil vor allem Rückblick und Bestandsaufnahme, so wagt die Coda den Blick nach vorn: fragile, tastende Entwürfe einer ungewissen Zukunft, oszillierend zwischen Ernüchterung und Hoffnung.
Jeder Krieg hinterlässt tiefe Narben–in Gesellschaften, in Landschaften, im Staatssystem und in jedem einzelnen Menschen. Ob und wie gut diese Narben heilen, hängt stark davon ab, welche Perspektiven es auf die Folgen von Hass, Vertreibung und Völkermord gibt und wie damit umgegangen wird.
Die Narben der Balkankriege, die den Zerfall Jugoslawiens begleiteten, sind auch dreißig Jahre später noch spürbar. Während Deutschland drei Jahrzehnte Wiedervereinigung feierte, blickten die Menschen im Balkan zurück auf den Beginn von Krieg, Vertreibung und Hass.
Heute erleben wir erneut ein Europa, das von Polarisierung, Populismus und Krieg bedroht ist. Manipulative digitale Medien drängen Gesellschaften in Echokammern, Dialog wird schwieriger, geopolitische Spannungen zwischen westlichen Positionen, russischem und chinesischem Einfluss verschärfen die Situation. Zwischen Nationalismus, »Jugo-Nostalgie« und ungeduldiger EU-Sehnsucht bleibt die Frage nach einem gemeinsamen Zusammenleben virulent.
Die Protagonist:innen
Vor diesem Hintergrund haben die Neuen Vocalsolisten Stuttgart sieben Komponist:innen aus den sieben Republiken des ehemaligen Jugoslawiens eingeladen, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen, das ihre Gesellschaften bis heute prägt. Die Komponist:innen gehören einer jüngeren Generation an. Sie haben die Kriege als Kinder, Jugendliche oder gar nicht erlebt und verorten sich als junge Europäer:innen in den internationalen Szenen zeitgenössischer Künste. Viele von ihnen befassten sich zum ersten Mal aus künstlerischer Perspektive mit Themen der Balkankriege, und auch der Austausch mit Kolleg:innen anderer Länder des West-Balkans war neu.
Komponieren für Stimme–eine Herausforderung
Die Arbeit mit der menschlichen Stimme, die auf vielen Ebenen emotionale Zustände hervorrufen und gleichzeitig textliche Bedeutung vermitteln kann, immer verbunden mit dem Körper und der Persönlichkeit der Interpret:in, stellt eine einzigartige künstlerische Herausforderung dar. Für Stimme zu komponieren bedeutet, sich der Unmittelbarkeit zu stellen, einer Direktheit ohne die schützende Abstraktion des Instrumentalklangs, Für Stimme zu komponieren bedeutet, sich der Unmittelbarkeit zu stellen, einer Direktheit ohne die schützende Abstraktion des Instrumentalklangs, die eine hochemotionale, kraftvolle und zuweilen brutale Klanglandschaft freilegen kann.
ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart lädt vom 4. bis 8. Februar 2026 ins Theaterhaus Stuttgart ein. Konzerte, Performances und Konzertinstallationen stehen auf dem Programm.
Als Festival der freien Szene behauptet ECLAT Festival neue Musik Stuttgart seinen wichtigen Platz neben den großen Rundfunk-basierten europäischen Festivals neuer Musik. Seit über 40 Jahren steht das Festival für eine große Offenheit gegenüber allen Strömungen neuer Musik, für Risikofreude und die Lust am Unerwarteten. Mit einem Schwerpunkt auf Künstler*innen, die virtuos die Möglichkeiten digitaler Medien ausreizen im Spiel mit den Genres, im Auflösen von Raum, Perspektiven und Funktionen, stellt ECLAT seinem neugierig-aufmerksamen Publikum eigensinnige interdisziplinäre Formate zwischen Musiktheater, Performance, Installation und Konzert-Inszenierung vor. Dabei stehen stets Projekte im Zentrum, die Vertrautes hinterfragen, aktuelle künstlerische Diskurse widerspiegeln und im gesellschaftlichen Kontext verortet sind. ECLAT ist vor allem von Eigenproduktionen und internationalen Koproduktionen geprägt, aber auch von Kooperationen mit Kultur-Akteuren in der Region. So gehört das Preisträgerkonzert zum Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart zum festen Bestandteil des Festivals, ebenso die beiden Konzerte von SWR Symphonieorchester Stuttgart und SWR Vokalensemble, die der SWR als Kooperationspartner stets in ECLAT einbringt. Tickets:
Theaterhaus Stuttgart
Telefon: 0711 40 20 720
E-Mail: tickets@theaterhaus.com www.theaterhaus.com
Kontakt
Musik der Jahrhunderte
Siemensstraße 13
D-70469 Stuttgart