Das Schauspielhaus Bochum ist seit mehr als hundert Jahren eine der führenden Spielstätten für zeitgenössisches Theater und darstellende Kunst in der deutschsprachigen Theaterszene. Seit 2018 ist Johan Simons Intendant. Er und das Team des Schauspielhaus Bochum verstehen diesen Ort als ein Stadttheater für das 21. Jahrhundert, in dem Künstler*innen aus verschiedenen Nationen und Kulturen und unterschiedlichen Disziplinen eine kreative Heimat finden. Das Herzstück des Theaters ist das feste Schauspielensemble, das kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Nationen Europas und der Welt mitbringt.
In jeder Spielzeit produziert das Schauspielhaus Bochum neue Aufführungen von Schauspiel, Tanz und interdisziplinärer Kunst und gastiert damit auch in anderen Theatern in Deutschland und Europa sowie auf internationalen Festivals. Für sein herausragendes Programm wurde es im Jahr 2022 zum Theater des Jahres in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz gekürt.
Teil des Theaters ist auch das Junge Schauspielhaus, das seit 2018 von Cathrin Rose geleitet und dessen Programm von neuen Erzählformen für eine moderne und diverse Stadtgesellschaft geprägt wird.
Das Schauspielhaus Bochum verfügt über vier Spielstätten: das Schauspielhaus (bis zu 800 Plätze), die Kammerspiele (400 Plätze), das Oval Office (100 Plätze) und in 2 Kilometern Entfernung das Theaterrevier, die Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater des Jungen Schauspielhauses.
THEATERKASSE:
Kassenfoyer des Schauspielhauses
Königsallee 15
D-44789 Bochum
T +49 (0)234 / 3333 5555
F +49 (0)234 / 3333 5512
E tickets@schauspielhausbochum.de
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Bewertungen & Berichte Schauspielhaus Bochum
Schauspiel
Rentierbaby
von Richard Gadd, übersetzt von Karen Witthuhn
Premiere: 31.10.2026
Das werden Sie nicht mehr los: erst bei Netflix, jetzt bei uns – ein Comedian und sein zweiter Schatten.
Richard Gadd ist ein junger, erfolgloser Comedian, der am Bartresen sein Geld verdient und sich danach sehnt, dass die Leute ihn witzig finden. Seine Freundin Teri findet ihn witzig. Wer Gadd auch witzig findet, ist Martha, die plötzlich täglich an der Bar herumhängt: etwa Mitte 40, sagt, sie sei eine super busy Anwältin, die die politische Elite des Landes berate und Besitzerin mehrerer Immobilien in London. Andererseits hat sie Zeit im Überfluss, nicht einmal Geld für Tee und kramt im Müll nach brauchbaren Dingen. Und sie ist gekommen, um zu bleiben. Sie verpasst Gadd den Kosenamen „Reindeer“ nach ihrem Kuscheltier – Red Flag! –, sie bombardiert ihn mit sexuell expliziten Nachrichten – Red Flag! –, sie sitzt lautstark in jeder seiner Shows, sie behauptet, sie seien ein Paar, sie belästigt seine Eltern, sie geht seine Freundin an. Sie ist einfach überall und immer da. Und sie macht das alles nicht zum ersten Mal. Red Flag! Soweit so klar, oder? Mitnichten.
Denn Gadd genießt zeitweise die Aufmerksamkeit Marthas, befeuert sie sogar. Seine Freundin Teri – Transfrau, genderfluid, politisch aktiv, Super-Brain (aber wie kommt man einer solchen Person schon mit Schubladen bei?) – lädt er an seinem Geburtstag aus, um Martha nicht zu verärgern. Die Polizei, an die sich Gadd in zunehmender Not wendet, findet die Vorwürfe nicht belastbar genug, um einzugreifen. Hat er ihr nicht ebenfalls anzügliche Nachrichten geschickt? Und als Gadd versucht, Martha eine Falle zu stellen, steht er plötzlich selbst als Täter da.
Der schottische Schauspieler und Comedian Richard Gadd hat mit Baby Reindeer seine persönliche Geschichte aufgeschrieben. Die auf ihr beruhende Netflix-Serie traf einen Nerv und hat ihn über Nacht berühmt gemacht. In einer Welt, in der wir uns verzweifelt nach Gewissheiten, nach klaren Zuordnungen sehnen, durchkreuzt dieses Solo für einen mutigen Schauspieler gewohnte Sichtweisen und treibt uns, unerbittlich und bisweilen sehr komisch, in moralisch vermintes Gebiet …
Regie: Albrecht Schroeder
Bühne, Video: Studio Dietrich & Winter
Kostüm: Lara Suppe
Musik: Wenzel Krah, Paul Eisenach, Felix Kuhnt
Dramaturgie: Angela Obst
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Regieassistenz: Tinka Bitzel
Kostümassistenz: Niklas Strang
Inspizienz: Ulrike Schaper
Soufflage: Tanja Grix
Termine
Sa 31.10.2026, 19:30 | Premiere
So 1.11.2026, 19:00
Fr 13.11.2026, 19:30und weitere Termine
Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.
Endlich Ruhe! Zeitung weglegen, die ganzen Nachrichten mal draußen lassen. Jetzt ist Me-Time angesagt. Auf grünen Wiesen, an blauen Seen, unter weiß getüpfeltem Himmel liegen und die Seele baumeln lassen. Man kann sich ja nicht ständig das Leid der Welt aufladen; das eigene Leben ist schon anstrengend genug. Wir befinden uns in Mariefred, Schweden. Pärchenurlaub. Sehenswürdigkeit: Schloss Gripsholm. Stimmung: leicht und heiter. Es wird geliebelt, man lässt sich von der Sonne anbraten, Rudern, Schnaps und gute Laune, man hat einen kleinen Dreier, erfrischt Körper und Geist im See. Zwar bricht auch in diese Idylle ab und zu ein Unheil ein – in Form einer sadistischen Heimleiterin –, doch das Pflegekind kann gerettet werden, denn das Gute gewinnt. Das Leben ist schön. Willkommen in Tucholskys Schloss Gripsholm.
Zuhause streicht eine rechtsextreme Partei einen Wahlsieg nach dem anderen ein, das politische Klima wird rauer und härter. Doch Urlaub macht man nicht nur von der Heimat, Urlaub macht man auch von den Problemen. Sommer, Sonne, Köttbullar. Nächstes Jahr – es ist übrigens August 1929 – wird die NSDAP zweitstärkste Kraft im Reichstag werden. Wer die Zeichen lesen will, kann sehen, was kommt.
Zumindest Kurt Tucholsky weiß, was kommt. Als einer der allerersten schreibt er stoisch gegen die Nationalsozialisten an. Er seziert seine politische Umgebung genau und wird zum politischen Barometer der Zeit – zu seiner eigenen Erschütterung leider allzu genau. Mit Schloss Gripsholm schreibt sich Tucholsky noch einmal die Schatten von der Seele, bevor er, enttäuscht von den politischen Entwicklungen, literarisch verstummt und sich wenige Jahre später das Leben nimmt.
Mathias Spaan, Nestroy-Preisträger und zuletzt Hausregisseur an den Bühnen Bern, stellt in seiner Inszenierung die Frage, wie man eine Sommergeschichte schreibt, wenn man den Winter schon kommen sieht. Er verbindet Tucholskys Erzählung mit Briefen, Zeitungsfetzen und heutigen Stimmen zu einem Abend zwischen Urlaubsidylle und politischer Großwetterlage, der fragt, wie viel Leichtigkeit wir uns erlauben dürfen, ohne uns selbst zu verlieren.
Regie: Mathias Spaan
Live-Musik: Tom Gatza
Bühne: Anna Armann
Kostüm: Paula de la Haye
Dramaturgie: Marvin L. T. Müller
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Maria Kalaitzakis
Kostümassistenz: Niklas Strang / Lara Türkcü
Soufflage: Sybille Hadulla-Kleinschmidt
Inspizienz: Christina Baston
Termine
Sa 7.11.2026, 19:30 | Premiere
So 8.11.2026, 17:00
Sa 21.11.2026, 19:30
In einem roten Audi A6 macht sich der Held von Wien auf nach Berlin, um Bundeskanzler zu werden. Er hält an Autobahnraststätten und Penny-Parkplätzen, gerät in linke und rechte Demos, parkt mal vor dem Bundestag, mal auf einem Zirkusplatz und landet im Verhörzimmer der Polizei. Auf den Etappen trifft er auf skurrile Gestalten, die von einer apokalyptischen Zukunft zeugen, Pfarrer und Rabbis, Gott und sein zorniges jüdisches Ebenbild G'tt, Bekannte aus der Politik wie Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. In rasanten Szenen, ständig getrieben vom roten Audi, der mit laufendem Motor wartet, erkundet er seine Identität, seinen Glauben und seine Sexualität, die er fortwährend in den Kontext der aktuellen politischen Verhältnisse setzt.
Yevgeniy Breyger, geboren 1989 in Charkiw (Ukraine), zählt zu den prägenden deutschsprachigen Gegenwartslyrikern. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Christine-Lavant-Preis, dem Klopstock-Preis für neue Literatur und dem Literaturpreis der deutschen Wirtschaft. Sein erzählendes Langgedicht hallo niemand (2026) ist humorvolle Politsatire und zugleich ernsthafte Auseinandersetzung mit drängenden Fragen nach der Versehrtheit des Körpers und des Geistes in Zeiten von Krieg und totalitärer Realitätserzwingung.
In der Uraufführung von hallo niemand entwirft Regisseur Lucien Strauch im Oval Office einen theatralen Deutschland-Reise-Bericht voller absurdem Witz, angemessener Verzweiflung und notwendigem Größenwahn – denn wie sonst ließe sich dieser (düsteren) Gegenwart begegnen?
in einer Bühnenfassung von Maria Trautmann und der Drama Control
Ein fantasievolles Stück über Emotionen aller Art.
Willkommen im Grand Hotel der Gefühle. Hier geben sich alle Arten von Gefühlen die Klinke in die Hand. Wut zum Beispiel ist viel zu laut und braucht ordentlich Platz, um sich Luft zu machen. Wut in ein zu kleines Einzelzimmer einzuquartieren, ist gar keine gute Idee. Traurigkeit spricht mit leiser Stimme und überschwemmt manchmal das Badezimmer. Dankbarkeit streift gerne draußen umher; man weiß nie, wann sie kommt und sich an deine Seite setzt. Gefühle gibt es in allen Farben, Größen und Formen. Manche sind riesig, manche sind winzig klein. Manche sind knallbunt, manche sind grau. Manche sind eckig, manche sind rund. Manche sind sogar unsichtbar und man kann sie höchstens riechen oder fühlen.
Im Grand Hotel der Gefühle gibt es pflegeleichte Gäste. Die sind angenehm und unterhaltsam. Sie heißen Zuversicht, Gemütlichkeit oder Freude. Andere sind ziemlich anspruchsvoll und brauchen sehr viel Aufmerksamkeit. Fühlen sie sich nicht ernst genommen, kann es schon mal ungemütlich werden oder kompliziert – doch hier im Grand Hotel wird niemand abgewiesen! Hier gibt’s für alle Gefühle einen Platz! Jedes Gefühl kann hier zum Hauptdarsteller werden. Jedes Gefühl bekommt hier genug Raum, um sich auszudrücken. Na, wisst ihr eigentlich selber, welches Gefühl ihr im Moment empfindet? Wo sitzt es wohl im Körper? Welche Farbe hat es? Und was ist eigentlich mit den ganz, ganz kleinen Gefühlen, die meistens unbeachtet bleiben und nur langsam an die Oberfläche treten? Vielleicht spielen die hier sogar die Hauptrolle?
Frei nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Lidia Branković, das in über 25 Sprachen übersetzt wurde, beschäftigt sich Regisseurin Maria Trautmann auf fantasievolle Weise, mit viel Musik und Bewegung mit Gefühlen aller Art: wie man mit ihnen umgeht, wie man von ihnen lernt und wie wichtig es sein kann, sie trotz aller Widerstände freundlich zu begrüßen.
Regie: Maria Trautmann
Bühne: Isabela Voicu
Kostüm: Esther van de Pas
Komposition: Maika Küster
Dramaturgie: Isabel Stahl
Outside eye: Drama Control
Leitung Drama Control: Nele Eilbrecht
Theaterpädagogik: Lena Hilberger, Susanne Scheffler
Bühnenbildassistenz: Dana Jolaak
Termine
Sa 14.11.2026, 16:00 | Premiere
Di 17.11.2026, 10:00 | für Schulen
Bewertungen & Berichte Das Grand Hotel der Gefühle
Kindertheater
Die kleine Hexe
nach Otfried Preußler / 6+
Premiere: 21.11.2026
in einer Bearbeitung von John von Düffel
Kinderbuchklassiker auf großer Bühne. Und die Frage: Was bedeutet es eigentlich, eine „gute Hexe“ zu sein?
Die kleine Hexe ist 127 Jahre alt. „Viel zu jung, um auf dem Blocksberg tanzen zu dürfen!“, sagen die großen Hexen. Doch nichts wünscht sich die kleine Hexe sehnlicher und beschließt deshalb, auf ihrem Besen zur Walpurgisnacht zu reiten. Als sie erwischt wird, nimmt ihr die gemeine Hexe Rumpumpel zur Strafe den geliebten Besen weg. Und sie muss ein Jahr lang alle Zaubersprüche aus dem großen Hexenbuch auswendig lernen und versprechen, eine „gute Hexe“ zu werden. Dann wird sie nächstes Jahr – vielleicht – mit den großen Hexen gemeinsam auf dem Blocksberg tanzen dürfen.
Mit ihrem klugen Begleiter, dem Raben Abraxas, macht sie sich Tag für Tag an die mühselige Arbeit, die großen Hexenkünste zu erlernen. Dabei schießt sie mit ihrer Hexerei für die gute Sache so manches Mal übers Ziel hinaus und verursacht reichlich Wirbel. Tollkühn und kreativ, wie die kleine Hexe nun mal ist, findet sie gemeinsam mit Abraxas langsam heraus, was das eigentlich sein soll: eine „gute Hexe“.
Paulina Neukampf inszeniert den Kinderbuchklassiker als Familienstück zur Weihnachtszeit (und darüber hinaus): ein wilder Ritt durch eine magische Welt, in der die kleine Hexe ihren eigenen Weg sucht – neugierig, mutig und voller Entschlossenheit. Dabei folgt sie nicht einfach aufgestellten Regeln, sondern prüft sie und entscheidet selbst, was richtig ist. So wird ihre Geschichte zu einer Erzählung über Unabhängigkeit, Mut und die Freude daran, die eigene Stimme zu finden.
Regie: Paulina Neukampf
Bühne, Kostüm: Pascal Seibicke
Musik: Bene Becker
Dramaturgie: Thorsten Bihegue
Theaterpädagogik: Lena Hilberger / Susanne Scheffler
Regieassistenz: Linda Hecker
Bühnenbildassistenz: Franziska Goetschi
Kostümassistenz: Paula Glawion / Alexis Mersmann
Soufflage: Sybille Hadulla-Kleinschmidt
Inspizienz: Nora Köhler
Termine
Sa 21.11.2026, 16:00 | Premiere
So 22.11.2026, 18:00
Mo 23.11.2026, 9:00 | für Schulenund weitere Termine
So 29.11.2026, 17:00
Mo 30.11.2026, 9:00 | für Schulen
So 6.12.2026, 19:00
So 13.12.2026, 16:00
So 20.12.2026, 16:00
Sa 26.12.2026, 16:00
So komisch haben Sie Ihre letzte Frage nach mehr Geld sicher nicht in Erinnerung!
Im Leben gibt es drei wichtige Ereignisse: Geburt, Tod, Gehaltserhöhung. Zwei davon sind gewiss, beim dritten hingegen ist mehr als fraglich, wie hoch die Chancen tatsächlich sind. Die Frage nach einer Gehaltserhöhung muss trotzdem gestellt werden und Perecs wuchernder Text spielt ihre möglichen Variationen und Verläufe alle durch – und zwar buchstäblich alle: Ist der Abteilungsleiter in seinem Büro? Kommt er nochmal zurück? Hat er Zeit? Bietet er einen Stuhl an? Versteht er das Anliegen? Unterstützt er es? Und kommt was dabei heraus? Ja? Nein?
Mit viel Humor seziert Georges Perec das Arbeits- und Alltagsleben und spielt mit den Regeln der Sprache. Perecs Texte, längere Zeit im Theater zu Unrecht unterschätzt, werden nun endlich für die Bühne (wieder-)entdeckt. Albrecht Schroeder bringt nach seinen Inszenierungen "Clyde und Bonnie" und "Eschenliebe" im Oval Office nun erstmals ein Stück dieses Autors in Bochum zur Aufführung: "Die Gehaltserhöhung oder wie Sie ungeachtet der sanitären, psychologischen, klimatischen, ökonomischen oder sonstigen Bedingungen ein Höchstmaß an Chancen haben, wenn Sie Ihren Abteilungsleiter um eine Angleichung Ihres Gehalts bitten."
Regie: Albrecht Schroeder
Bühne, Kostüm: Dorothee Curio
Musik: Philipp Rohmer
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Moritz Hannemann
Regieassistenz: Gianluca Elbert
Bühnenbildassistenz: Sascha Kühne
Kostümassistenz: Alexis Mersmann
Kostümhospitanz: Finja Brunow, Henry Winkler
Soufflage: Jutta Schneider
Inspizienz: Christina Baston
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Übertitelung: Anette Nierhoff / Sabine Heil
Dauer: ca. 1:40, keine Pause
Termine
Do 15.10.2026, 19:30
Do 22.10.2026, 19:30
Do 26.11.2026, 19:30
nach dem gleichnamigen Buch von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn / 5+
Bockig sein macht zusammen viel mehr Spaß!
Im Herzwald, wo die Einhörner gliglaglücklich miteinander leben, wo rosa Zuckerwattewolken in den Lüften hängen und wo alle stets lielalieb zueinander sind, da gibt’s ein Einhorn, das hat genug von alledem. Es sagt ständig: „NEIN!“ Es hat keine Lust mehr, über den Regenbogen zu rutschen. „NEIN!“ Es hat keine Lust mehr, an glasierten Äpfeln zu lutschen. „NEIN!“ Es will sich kein Lächeln mehr ins Gesicht leimen. „NEIN!“ Es hat nicht mal mehr Lust zu reimen!
Also sagt das NEINhorn: „Tschüss!“ und trifft nach und nach auf Wesensverwandte, die genau- so bockig sind wie es selbst – nur anders ... wie der WASbär, der schlecht hört (oder hören will) und immerzu „WAS?“ fragt, wie der NAhUND, der am allerbockigsten sein kann und immer„NA UND?“ sagt und wie die KönigsDOCHter, die alle für ihre Untertanen hält und am liebsten „DOCH!“ sagt.
Aber bevor die vier gemeinsam bis ans Ende aller Tage quietschvergnügt und bockig miteinander sein können, müssen sie die KönigsDOCHter erstmal aus dem Turm der totalen Tristesse befreien. Oder? Nein! Doch! Was? Na und?! Nein! Doch! Was? Na und?! Nein! Doch! Was? Na und?!
Regie: Thorsten Bihegue
Bühne, Kostüm: Esther van de Pas
Musik: Manuel Loos
Lichtdesign: Hannes Koch
Dramaturgie: Cathrin Rose
Outside Eye: Drama Control
Dauer: 0:45, keine Pause
Sprache: DE
Termine
Fr 16.10.2026, 10:00 | für Schulen
Fr 16.10.2026, 16:00 | Wiederaufnahme
So 18.10.2026, 16:00
nach Anthony Burgess
übersetzt von Ulrich Blumenbach
Die Jugend erklärt der Welt den Krieg und sieht dabei unverschämt gut aus. Die Zukunft, die sie verheißt, wird gefährlich.
Da läuft eine Horde Jugendlicher randalierend durch die Stadt, redet in unverständlichem Kauderwelsch, verprügelt Wildfremde, trinkt und dröhnt sich zu, überfällt die verdienten Bürger*innen der Gesellschaft, vergewaltigt die Frauen, bedroht die Männer. Ihr berüchtigter Anführer: der 15-jährige Alex, ein charismatischer Sadist von unbestechlicher Intelligenz, der Beethoven liebt und keine Gelegenheit auslässt, der Welt ins Gesicht zu schlagen. Gut, dass es einen funktionierenden Staat gibt, der durchgreift. Als es zu einem Todesfall kommt, wird Alex dingfest gemacht und hinter Gitter gesteckt: 14 Jahre Haft. Endlich Ruhe.
Doch Alex greift nach einem Strohhalm, der ihn schneller aus dem Gefängnis bringt und für immer heilen könnte von all dem gewaltsamen Sehnen und Tun: die sich im Teststadium befindende Ludovico-Methode, die zu vollständiger Aversion gegen Gewalt führen soll. Man bekommt Medikamente, verbunden mit einem visuellen Overkill von Mord und Totschlag, bis den Probanden beim Anblick, ja beim bloßen Gedanken an jegliche Gewalt unfassbare Übelkeit überkommt. Als Alex nach der Behandlung aus der Haft entlassen wird, könnte alles in bester Ordnung sein.
Dieser Junge wird niemandem mehr etwas antun. Doch wie überlebt man, bar jeglicher Fähigkeit, Böses zu ertragen, in einer Welt wie der unseren?
Wurde Anthony Burgess nach Erscheinen seines dystopischen Romans 1962 noch Gewaltverherrlichung vorgeworfen, gilt Clockwork Orange seit Stanley Kubricks ikonischer Verfilmung als Kult.
Schmerz und Schönheit, Blut und Beethoven – eine todsichere Bank? Dabei liegt in der Verwechslung von Freiheit mit Gewalt, die an Alex und seiner Bande infernale zu beobachten ist, etwas Erschreckendes:
Was, wenn diese Jugend mehr mit ihren Eltern zu tun hat, als uns lieb ist? Ein Höllenritt mit den new kids on the block quer durch unsere schöne alte Welt.
Die Jugend probiert den Umsturz aus. Feiern oder fürchten wir sie?
Da lebt ein 17-Jähriger seit Jahren gefangen in einer despotischen Militärakademie und schreibt sich den ersehnten Umsturz von der Seele. Schreibt von Vatermord und Bandenbildung, vom Aufstand der Jungen gegen die Ordnung der Eltern, von extremer Gewalt, in selbstverständlicher Beiläufigkeit auch gegen Frauen, und von radikalem Denken. Im Zentrum: das beliebte Motiv der verfeindeten Brüder, die auf unterschiedliche Weise Rache nehmen. Am Ende: der Geschmack von Freiheit, die über Leichen geht.
Schiller hat sich mit Karl und Franz Moor den doppelten Angriff auf sein Zeitalter imaginiert. Bis heute brennt sein dramatisches Debüt als Schullektüre die revolutionäre Geste in die Köpfe immer neuer Teenager. In Zeiten, in denen die extreme Rechte den Umsturz propagiert und das Patriarchat sich neu formiert, stellt sich die Frage, ob wir den Aufstand in Schillers Räubern feiern oder fürchten.
Lucia Bihlers Inszenierungen sind voller einprägsamer Bildkompositionen und traumwandlerisch starker Setzungen. Mit Die Räuber stellt sich die Regisseurin erstmals dem Bochumer Publikum vor.
Regie: Lucia Bihler
Bühne: Paula Wellmann
Kostüm: Leonie Falke
Musik: Jakob Suske
Choreografie: Felicitas Madl
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Angela Obst
technische Produktionsleitung: Lisa Schwarz
Regieassistenz: Linda Hecker
Bühnenbildassistenz: Ioana Isabela Voicu
Kostümassistenz: Lara Türkcü
Regiehospitanz: Leonie Wendt
Dramaturgiehospitanz: Eleonora De Pace
Kostümhospitanz FSJ: Bruno McGettrick
Soufflage: Tanja Grix
Inspizienz: Nora Köhler
Übertitelung: Holger Rademacher, Sabine Heil
Dauer: ca. 1:40, keine Pause
Termine
Sa 17.10.2026, 19:30
Fr 27.11.2026, 11:00 | für Schulen
Fr 27.11.2026, 19:00
Ein Abend über die faszinierende Einigkeit der zweisamen Geschwister.
Von Castor und Pollux über die Olsen-Twins bis zu Patty und Selma: Zwillinge beschäftigen die Menschheit seit jeher. Allein in Shakespeares Stücken findet man gleich drei Zwillingspaare. In der Antike war meist ein Gott im Spiel: So war Herkules’ Zwillingsbruder Iphikles der Sohn eines Sterblichen, während der Halbgott niemand Geringeren als Zeus seinen Vater nannte. In anderen Kulturen galten sie als Zeichen von Unheil und gehörten mitsamt der Mutter beseitigt. Ob nun ein Gott oder ein Dämon mitgewirkt hatte, „normal“ kam das den Menschen nie vor. Und auch heute noch sind sie fasziniert von der besonderen Einheit, die Zwillinge bilden. Endet die individuelle Identität mit der genetischen Kopie? Und was heißt es, seit dem ersten Moment der Existenz zu zweit zu sein?
Nach Der Hamiltonkomplex, Baroque und Werther (Love & Death) kehrt die belgische Regisseurin zurück ans Schauspielhaus Bochum. In ihren Inszenierungen collagiert sie Texte, Bilder und emotionale Soundtracks und bringt nichtprofessionelle Darsteller*innen und Schauspieler*innen zusammen. Diesmal nimmt sie den Kosmos rund um Zwillinge in den Blick.
Ein Kind wirft der Welt viele Fragen zu. Die Welt wirft ihm einen Bagger zurück.
Alfi ist erst fünf Jahre alt, aber er stellt schon die Frage aller Fragen: Was ist, wenn man tot ist? Niemand von den Erwachsenen kann seine Frage beantworten, und auch seine Trauer über eine gestorbene Taube, die neben der Bank im Park liegt, wird nicht verstanden: Ein Kind muss doch die Zukunft erobern, statt sich mit der Frage nach dem Tod zu beschäftigen. Es soll groß und stark werden, am besten Nobelpreisträger*in oder Politiker*in – Quengler*in darf es nicht sein. Ein Kind, das sich Gedanken über Trauer und Vergänglichkeit macht, erscheint als Fehler im System.
Wir alle wissen: In der bürgerlichkapitalistischen Gesellschaft dient Konsum der Verdrängung des Todes. Alfi bekommt eine zu große gelbe Jacke, die er eigentlich nicht haben will, zwei Kugeln Eis und – wenn sein geheimer Geheimplan funktioniert – auch einen neuen Spielzeugbagger. Zwar hat er schon einen, aber das ist der hässlichste Bagger auf der ganzen Welt. Er lässt ihn verschwinden und gibt bei der Polizei eine Vermisstenanzeige auf, damit seine Mutter die Ernsthaftigkeit seines Wunsches versteht und ihm einen neuen, schöneren Bagger kauft. Mit Fernbedienung. Und auf dem Rückweg vielleicht noch McDonald’s.
Aber der Plan geht schief: Die Polizistin nimmt den Verlust viel zu ernst, sie geht mit ihm zum Fundbüro, zieht einen Politiker hinzu und wendet sich ans Fernsehen. Die Suche wird zu einem öffentlichen Spektakel ohne Raum für Trauer; und der Tod erscheint nicht mehr als erschreckendes Mysterium, sondern als profane Leere, die um jeden Preis gefüllt werden muss.
Nach dem Erfolg von zwei herren von real madrid eröffnet Leo Meiers neues Stück in nur scheinbar naiver Sprache einen neuen Blick auf die Welt: auf der suche nach dem verlorenen bagger thematisiert den (Nicht-)Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft. Charlotte Weidinger, die mit dieser Inszenierung ihr Regiestudium an der Folkwang Universität der Künste abschließt, erzählt von Kindheit, Trauer und Verlust – und das auf hochkomische Weise.
Regie: Charlotte Weidinger
Statisterie: Jochen Brockmeier
Bühne: Dana Jolaak
Kostüm: Lorena Díaz Stephens
Lichtdesign: Justus Geuther / Simon Knöß
Dramaturgische Beratung: Lucien Strauch
Repetitorin Chor: Romy Vreden
Regiehospitanz: Lara Feldhausen
Dauer: 1:15, keine Pause
Termine
Sa 17.10.2026, 20:00
Fr 30.10.2026, 20:00
Sa 31.10.2026, 20:00
Endlich auf der Bühne: der Bestseller über Liebe, Verlust und das Ringen mit der eigenen Vergangenheit.
Crash. Plötzlich ist alles anders. Von einem Moment auf den anderen. Die Zukunft neu, das Leben fremd. Nachdem die Eltern von Liz, Marty und Jules Moreau bei einem Autounfall tragisch umkommen, verlieren sich die Geschwister aus den Augen. Sie kommen auf ein Internat, in verschiedene Wohnblöcke und entfremden sich. Jules, der Jüngste der drei Geschwister, findet in seiner Einsamkeit Halt bei Alva. Er verliebt sich in sie, doch auch sie verlieren sich nach dem Ende der Schulzeit. Dreißig Jahre später erinnert sich Jules daran, wer er war, wer er wurde und wer er eigentlich mal sein wollte. An die Versuche, den Verlust zu überwinden. An die bleibende Trauer, die Einsamkeit, aber auch die herzzerreißend glücklichen Tage. Sich verlieben, vermissen, sich wiederfinden. An Familie, Freund*innen, die Veränderungen und das Unveränderliche in jedem von uns. Und er erinnert sich an Alva, immer wieder an Alva. An eine verdammt große Liebesgeschichte. An das Ende der Einsamkeit.
Nach Inszenierungen wie Club 27, Wer hat Angst vor Virginia Woolf? und Der Kissenmann führt Guy Clemens seine Arbeit als Regisseur am Schauspielhaus Bochum fort. Mit Benedict Wells’ Erfolgsroman Vom Ende der Einsamkeit erzählt er von nicht weniger als dem Leben und was es aus uns macht.
Regie: Guy Clemens
Bühne, Kostüm: Anja Rabes
Lichtdesign: Johannes Zotz
Video: Anne Rietmeijer
Dramaturgie: Marvin L. T. Müller
Technische Produktionsleitung: Lisa Schwarz
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Carolin Vogl
Kostümassistenz: Anna Holtkamp
Regiehospitanz: Luz Lipp
Kostümhospitanz: Chiara Stresemann
Pädagogische Begleitung: Beatrix Feldmann, Johanna Cadenbach
Soufflage: Tanja Grix
Inspizienz: Nora Köhler
Übertitelung: Kerstin Degener
Für Sternengucker*innen jeden Alters
von tanzfuchs PRODUKTION / 2+
Es war einmal, vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis …
Willkommen zu einem ganz besonderen Flug ins Weltall – verrückt, wundersam und voller Sternenstaub! Die Traumraumfahrt ist ein fantasievolles Science-Fiction-Abenteuer für Astronaut*innen jeden Alters.
Wir heben mit unserem Raumschiff ab in unentdeckte Sphären voller Musik und Tanz. Zwischen Miniraketen, funkelnden Sternen und unendlichen Weiten verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Universum. Ein Musiktheater voller Poesie, Überraschungen und galaktischem Spaß – also: Schnallt euch an und kommt mit auf eine Reise zu den Sternen!
Die Choreografin Barbara Fuchs kann zaubern. Das weiß sie selber vielleicht gar nicht, aber das ist so. Sie entwickelt verrückte, poetische, erstaunliche Tanz- und Theaterproduktionen, die sowohl die allerjüngsten als auch alte Menschen begeistern. Stücke, bei denen Erwachsene vergessen, dass sie ja nur wegen der Enkelkinder da sind, und von denen man sich wünscht, sie mögen niemals enden. Barbara Fuchs lebt in Köln und leitet dort die Kompanie tanzfuchs PRODUKTION. Hier entstehen seit 2009 Stücke für junges Publikum. Mit dem Komponisten Jörg Ritzenhoff erarbeitet sie Performances für die Bühne, deren Zusammenspiel von Musik, Bewegung und Raum magische neue Welten erschaffen.
Regie: Barbara Fuchs
Bühne, Kostüm: Theresa Mielich, Lisa Kreis
Komposition: Jörg Ritzenhoff
Lichtdesign: Bernd Kühne
Dramaturgie: Thorsten Bihegue
Outside Eye: Drama Control
Regieassistenz: Lynn Dokoohaki
Bühnenbildassistenz: Dana Jolaak
Kostümassistenz: Theresa Duttweiler
Termine
Fr 23.10.2026, 10:00 | für KiTas
Sa 24.10.2026, 10:00 | Wiederaufnahme
So 25.10.2026, 16:00
Ein epochaler Roman des 20. Jahrhunderts trifft auf Schostakowitschs 10. Symphonie.
„Ich habe erkannt, dass nicht der Mensch machtlos ist gegenüber dem Bösen, sondern das mächtige Böse ist machtlos gegenüber dem Menschen.“
1942. Während Europa in Flammen steht, treibt den Atomphysiker Strum seine bahnbrechende Erfindung in ein moralisches Dilemma: Wie weit darf Wissenschaft gehen, wenn aus ihr Zerstörung entspringt? Und was bleibt vom eigenen Gewissen, wenn Anerkennung und Überleben an Bedingungen geknüpft sind? Gleichzeitig halten in Stalingrad sowjetische Soldaten der Belagerung stand, indem sie von der Parteilinie abweichen, im deutschen KZ schreibt ein Häftling über die Güte, und Krymov muss feststellen, dass sich der Staat bisweilen auch gegen seine Systemtreuen wendet.
Gleich einem Kaleidoskop erzählt Leben und Schicksal – das als Krieg und Frieden des 20. Jahrhunderts gilt – ein ganzes Geflecht von Leben inmitten der Grauen des Krieges: an der Front, in den Lagern, in Wohnzimmern und Kellern. Der russisch-jüdische Schriftsteller Wassili Grossman spürt dem nach, was das Lebendige auszeichnet, und sucht nach Menschlichkeit. Von dieser Suche und den Spannungen zwischen Künstler und Staat zeugt auch Dmitri Schostakowitschs 10. Symphonie von 1953, die die Bochumer Symphoniker im Anschluss an die ersten vier Vorstellungen im Anneliese Brost Musikforum Ruhr spielen.
Regie: Johan Simons
Bühne: Johannes Schütz
Mitarbeit Bühne : Daniel Gantz
Kostüm: Greta Goiris
Musik: Steven Prengels
Video: Voxi Bärenklau
Toncollage: Tristan Wulff
Dramaturgie: Marvin L. T. Müller, Koen Tachelet
Technische Produktionsleitung: Kai Witkowski
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Alma van der Donk, Sascha Kühne
Kostümassistenz: Alexis Mersmann, Hyunah Shin
Regiehospitanz: Luuk Bellemakers
Kostümhospitanz: Bruno McGettrick
Soufflage: Isabell Weiland
Inspizienz: Ulrike Schaper
Übertitelung: Frank Hebenstreit, Sascha Krause-Hebenstreit
Dauer: 3:45, eine Pause
Termine
Sa 24.10.2026, 18:00 | Wiederaufnahme
So 15.11.2026, 19:00
Romeo und Julia - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie
von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht
Wie Shakespeare in den 70ern. Mit viel Musik. Und ein bisschen weniger Shakespeare.
Unter dem Motto Let the Good Times Roll heißt es endlich auch wieder in Bochum: Leben und nicht lieben dürfen, lieben müssen, aber sterben wollen – was tun, wenn das Herz zerbricht? Romeo und Julia suchen die Antwort, und das seit nunmehr 428 Jahren.
Anlässlich des 100. Jahrestags der Shakespeare-Wochen in Hückeswagen bei Wuppertal (finden alle 100 Jahre statt – nicht verpassen!) freuen wir uns, den Kulturverein zur Förderung der frühneuenglischen Sprache aus Bommern mit seiner Jahrhundertinszenierung von Romeo und Julia willkommen heißen zu dürfen. Kostüme und Bühnenbild sind zum Versand bereit, nun heißt es nur noch Sitting, Waiting, Wishing, bis sich ab dem 24. Oktober der Vorhang hebt für das Pärchen, das nie sein sollte.
Nach Die Hermannsschlacht – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie kehren die Regisseurin Barbara Bürk und der Musiker, Schauspieler und Regisseur Clemens Sienknecht nach Bochum zurück. Damit führen sie ihre Reihe musikalischer Theaterabende fort, in denen sie augenzwinkernd und mit jeder Menge Musik Klassiker der Weltliteratur entstauben. Oder wie Taylor Swift sagen würde: It’s a love story, baby, just say „Yes“.
Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne, Kostüm: Anke Grot
Musikalische Leitung: Clemens Sienknecht
Lichtdesign: Johannes Zotz
Dramaturgie: Marvin L. T. Müller
Regieassistenz: Christian Feras Kaddoura
Bühnenbildassistenz: Carolin Vogl
Regiehospitanz: Felix Langen
Inspizienz: Christina Baston
Soufflage: Sybille Hadulla-Kleinschmidt
Übertitelung: Frank Hebenstreit / Sascha Krause-Hebenstreit
Dauer: 1:50, keine Pause
Termine
Sa 24.10.2026, 19:30 | Wiederaufnahme
Mi 11.11.2026, 19:30
Do 31.12.2026, 16:00und weitere Termine
Wir befinden uns im Bürokomplex eines Tamponherstellers. Es geht um fünf Frauen und einen Mann. Im Zentrum: Franka König, genannt DIE KÖNIG, und Bettina von Fürstenberg, genannt DIE FÜRSTIN. In ihrer Jugend waren sie Freundinnen, inzwischen sind sie Rivalinnen.
Als CEOs der rivalisierenden Damenhygieneartikelhersteller Never und Immer planen sie die gegenseitige feindliche Übernahme. Sie kämpfen mit allen Mitteln um Innovation und Marktanteile. Für DIE KÖNIG wird es eng: Sie hat ihre Happinessmanagerin Luna entlassen und mit einem Schwert verletzt, davon gibt es eine Videoaufzeichnung und nun droht eine Anzeige.
Um an die Aufnahme zu kommen, schickt Luna ihre Schwester Mary als Praktikantin zu Never, die schnell das Vertrauen der Chefin gewinnt und Karriere macht. Währenddessen wittert Frankas Sohn Karsten, der sein Leben lang um die Anerkennung der erfolgreichen Mutter ringt, in der Krise seine Chance: Er will der nächste CEO von Never werden. Und auch Bettinas Tochter Rebekka, die als Tradwife auf Insta berühmt ist, ist im Dauerkonflikt mit ihrer Mutter …
In diesem rasanten Plot in drei Akten fliegen die (feministischen) Fetzen. Die Autorin Svenja Viola Bungarten – mit allen diskursiven Wassern der Gegenwart gewaschen – hat eine Komödie geschrieben, die Fragen von Frauensolidarität und patriarchalem Verhalten, von Karriere und Macht, Mutterschaft und Tochter-Sein, von Freundinnenschaft und Konkurrenz verhandelt. Für Zeiten, in denen ein erzkonservatives Frauenbild ein besorgniserregendes Revival erlebt.
Tina Laniks künstlerische Handschrift ist geprägt von zeitgenössischer Dramatik, gesellschaftspolitischen Themen und präzisen psychologischen Beziehungsstudien mit besonderem Interesse für weibliche Perspektiven und feministische Narrative. Dazu passend engagiert sie sich seit über zwei Jahrzehnten für die Gleichberechtigung und Sichtbarkeit von Regisseurinnen, gegen den Gender Pay Gap und für bessere Vereinbarkeit von Familie und Theater.
Regie: Tina Lanik
Bühne, Kostüm, Licht: Stefan Hageneier
Video: Linda Verweyen
Musik: Cornelius Borgolte
Lichtdesign: Mats Bredeek
Kampfchoreographische Beratung: Swantje Herrmann-Rütten
Dramaturgie: Dorothea Neweling
Regieassistenz: Gianluca Elbert
Bühnenbildassistenz: Sascha Kühne
Kostümassistenz: Anna Holtkamp / Lea Westhues
Soufflage: Jutta Schneider
Inspizienz: Jonas Kissel
Übertitelung: Anette Nierhoff / Katharina Renelt
Dauer: ca. 1:45, keine Pause
Termine
So 25.10.2026, 17:00
So 1.11.2026, 19:00
Do 31.12.2026, 20:30
Angewandter Antikapitalismus: Sibylle Bergs Anleitung zum Reboot der Welt.
In Sibylle Bergs Roman RCE geht die Welt, in der wir leben, weiter den Bach runter. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das „beste aller Systeme“ hat Wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr Vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand. Jede Bewegung wird dokumentiert, jedes Fleckchen Erde privatisiert und jede Denkbewegung kontrolliert. Fünf Hacker*innen treffen sich, um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Sie programmieren einen Code für einen Computerangriff, der den Crash des Systems verursachen und die Massen mobilisieren soll (RCE: Einschleusung eines unerwünschten Programmcodes in Computersysteme über Sicherheitslücken). Und erstaunlicherweise gelingt ihnen genau das. Doch was folgt daraus? Sind die Menschen nach dem Systemsturz noch zu retten? Wie sieht eine Welt ohne den Kapitalismus aus?
Sibylle Berg, eine der wichtigsten Autor*innen der Gegenwart, schreibt mit RCE furios und unerbittlich über die neoliberale Absurdität einer gar nicht mehr so fernen Zukunft. Regisseurin Lisa Nielebock kehrt mit dieser sprachwütigen und spielfreudigen Arbeit ans Schauspielhaus Bochum zurück.
Regie: Lisa Nielebock
Bühne: Oliver Helf
Kostüm: Sofia Dorazio Brockhausen
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Choreographie: Esther Murdock
Dramaturgie: Lucien Strauch
Welchen Beitrag kann eine einzelne Person leisten, wenn eine Gesellschaft am Kipppunkt steht?
Vor einer Klasse steht ein Lehrer mit all seinen Idealen. In einem Jungengymnasium. Bald geht’s los, dann ist Krieg. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es wird ordentlich aufgerüstet und alle sollen zum Wehrdienst. So befiehlt es die Regierung. Und die Propaganda schallt durch jeden Flur, in jedes Ohr.
Dieses Szenario lässt Autor Ödön von Horváth in seinem 1937 erschienenen Roman Jugend ohne Gott zum Alptraum für alle werden: Verzweifelt versucht der Lehrer die Würde des Menschen gegenüber seinen Schülern zu verteidigen, wenigstens einen Funken – es kostet ihn beinahe seinen Job. Er soll die Jungen zur Kriegstauglichkeit erziehen. Starke und furchtlose Männer sollen sie werden. Zweifel sind verboten und selbst von den Schülern nicht erwünscht. In einem Zeltlager eskaliert dann plötzlich die Situation: Ein Schüler wird tot aufgefunden. Es entspinnt sich ein Krimi, der immer neue Wendungen nimmt. Doch eine Frage bleibt: Was bedeutet Schuld, wenn ein Staat längst dabei ist, sich von jeder Moral zu verabschieden?
Nils Zapfe inszeniert den Literaturklassiker als furiosen Monolog unterlegt mit einem Live-Soundtrack von Christoph Hamann und macht die innere und äußere Lebenswelt des Lehrers erlebbar.
Regie: Nils Zapfe
Bühne, Kostüm: Jenny Theisen
Musik: Christoph Hamann
Dauer: ca. 1:15, keine Pause
Hinweis: Die Inszenierung thematisiert Gewalt, Krieg, Tod und Suizid.
Termine
Fr 30.10.2026, 19:30 | Wiederaufnahme
So 1.11.2026, 19:00
Do 19.11.2026, 10:00 | für Schulenund weitere Termine
Fr 20.11.2026, 10:00 | für Schulen
Fr 20.11.2026, 19:30
Sa 21.11.2026, 19:30
Eigentlich wollte die Theatergruppe Wunderbaum am Schauspielhaus Bochum das 1987 erschienene Buch The Art of the Deal auf die Bühne bringen, halb Business-Ratgeber, halb Autobiografie eines New Yorker Immobilienmoguls namens Donald Trump. Immerhin ist es, so sagen manche, das zweitbeste Buch der Welt (nach der Bibel). Doch dann gibt es Streitigkeiten um die Aufführungsrechte, der Deal platzt und das Schauspiel-Ensemble sitzt plötzlich ohne Regie da. Mit einem Buch, das so politisch aktuell wie literarisch unterirdisch ist, einer immer schneller werdenden Wirklichkeit vor der Tür, die sich künstlerisch kaum noch einholen lässt, und einem Scherbenhaufen an Ideen. Auf der Suche nach Inspiration besuchen sie ein stadtbekanntes Musical – und plötzlich ist da ein größenwahnsinniger Plan ...
Das niederländisch-flämische Kollektiv Wunderbaum, bekannt für das lustvolle Unterlaufen aller Erwartungen (u.a. Die Hundekot-Attacke, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2024) unterzieht The Art of the Deal einer kritischen Re-Lektüre und entwickelt gemeinsam mit dem Ensemble eine hintersinnige, musikalische Satire über Geschäftemacherei, Engagement und die Lust am großen Auftritt.
Konzept: Wunderbaum
Regie: Walter Bart
Bühne: Maarten van Otterdijk
Lichtdesign: Maarten van Otterdijk
Kostüm: Bettina Kirmair
Musik: Moritz Bossmann, Kristina Koropecki
Dramaturgie: Lucien Strauch
Regieassistenz: Gianluca Elbert
Bühnenbildassistenz: Íngrid Pons i Miras
Kostümassistenz: Lara Türkcü
Regiehospitanz: Amina Schmitt
Kostümhospitanz: Henry Winkler
Soufflage: Sybille Hadulla-Kleinschmidt
Inspizienz: Jonas Kissel
Übertitelung: Holger Rademacher, Kerstin Degener
Schottland, vor langer Zeit. Der Krieg ist vorbei. Macbeth und sein Freund Banquo kehren vom Schlachtfeld zurück. Sie haben gewonnen, sind voller Adrenalin, ihre Schwerter feucht noch vom Blut. Von überall hallt der Name Macbeth wider, schwirrt die Luft vor Geschichten, wie leicht ihm das Morden fiel. Macbeth dem Helden, Killer im Dienst vom König und Vaterland, fällt eine große Zukunft anheim. Seltsame Kreaturen sagen ihm das Königtum voraus. Was dafür benötigt wird, sind Handlungen, die im Blut baden. Macbeth soll nur auf den Blutdurst hören, der in ihm wohnt. Von seiner Frau ermutigt, mordet er sich seinen Weg zur absoluten Macht frei: zuerst den König, dann seine besten Freunde, dann ihre Familien inklusive ihrer Kinder. Die Voraussage der Hexen scheint erfüllt, zumindest teilweise. Die Freude der absoluten Macht aber fehlt. Macbeth und seine Lady werden von Schuldgefühlen und Reue verzehrt. Unabwendbar wird auch der zweite Teil der Voraussage sich erfüllen, wie unwahrscheinlich auch dessen Voraussetzungen sind. Von Freund und Feind verlassen, bleibt Macbeth nur eine Befreiung – die von sich selbst.
Macbeth ist Shakespeares kürzeste und blutigste Tragödie. Das zwischen 1603 und 1607 geschriebene Werk basiert teilweise auf der wahren Geschichte des schottischen Königs Macbeth (1005–1057), der 1040 den Thron bestieg, indem er König Duncan I. tötete. Obwohl seine Taten uns als unvorstellbar und unmenschlich erscheinen, gibt es das unbehagliche Gefühl, Macbeth sei nicht nur Monster. Auch wenn er in Blut badet, denkt Macbeth über seine Menschlichkeit nach, betrachtet seine Handlungen als Ausdruck eines größeren Gedankens: ein schwarzer Gedanke, aber ein Gedanke. Er erinnert uns daran, dass der Mensch ein reflektierendes Tier ist. Macbeth ist der Mensch, der wir sein könnten, wenn jemand bei uns die falschen Knöpfe drückt. Schaudernd vor Macbeths Verbrechen, schaudern wir vor uns selbst.
Jens Harzer und Johan Simons verbindet seit Jahren eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit, von der Inszenierungen wie beispielsweise Der Schimmelreiter von Theodor Storm, Deutschstunde von Siegfried Lenz oder Dostojewskijs Der Idiot zeugen. Am Schauspielhaus Bochum ist, nach Heinrich von Kleists Penthesilea und Anton Tschechows Iwanow, Macbeth nun ihre dritte gemeinsame Arbeit.
Regie: Johan Simons
Textfassung: Koen Tachelet
Bühne: Nadja Sofie Eller
Video: Florian Schaumberger
Kostüm: Greta Goiris
Lichtdesign: Bernd Felder
aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay
Bearbeitung von Vasco Boenisch
Mit Corona kam auch die boomende Kreuzfahrtschifffahrt vorläufig zum Erliegen. Doch inzwischen wird wieder um die verunsicherte Kundschaft geworben: „Bleiben Sie unter sich: Rundumsorglos – an Bord und an Land.“
Für manche klingt das mehr wie eine Drohung. Eine siebentägige Luxuskreuzfahrt in der Karibik zum Beispiel – für David Foster Wallace kann es keine kürzere Definition für die Hölle geben. Im Auftrag von Harper’s Magazine ging der berühmte US-Autor Mitte der Neunziger an Bord der Zenith und stach von Key West aus in See. Ein Selbsterfahrungstrip besonderer Güte. Und ein grandioser Reisereport, der seit Jahren auf den Bestsellerlisten steht: Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich.
Wallace begibt sich in die kundigen Hände der Schiffscrew, deren Slogan „Your Pleasure is our Business“ (Ihr Vergnügen ist unser Geschäft) bisweilen einen drohenden Unterton annimmt. Er kämpft gegen die Angst, von einer ungemein effizienten Unterdruck-Toilette entsorgt zu werden. Er nimmt am Wettbewerb um die schönsten Männerbeine teil. Er beobachtet 500 amerikanische Leistungsträger*innen beim Ententanz. Und er hört erwachsene Menschen am Info-Counter fragen, ob man beim Schnorcheln nass wird, ob die Crew ebenfalls an Bord schläft oder um welche Uhrzeit das Mitternachtsbüffet eröffnet wird.
Eine Woche lang macht Wallace alles mit, was das Bordleben für den erholungsbedürftigen Urlauber bereithält. Umgeben von Jubel, Trubel und Heiterkeit, wird er selber zunehmend stiller und beginnt, sich in seiner Kabine einzuigeln. So gerät diese Reise übers Meer auch zu einer berührenden Reise zu sich selbst. Doch man muss sich den Dingen stellen und vor allem dem, was für andere Menschen die schönste Zeit des Jahres bedeutet.
David Foster Wallaces so komische wie einfühlsame Beobachtungen über das Leben an Bord einer schwimmenden Hochzeitstorte, über eigentümliche Reisegenoss*innen, unvergessliche Landgänge, den Terror des Amüsierzwangs sowie die eignen Zweifel und Ängste nannte die FAZ ein
„Meisterstück der literarischen Reportage“ und Harald Schmidt schlicht „ein grandioses Buch“. Jetzt als großes Schauspieler-Solo. Leinen los – oder will doch noch jemand zu Hause bleiben?
Regie: Tamó Gvenetadze
Übersetzung: Marcus Ingendaay
Bearbeitung: Vasco Boenisch
Bühne: Anna Wörl
Kostüme: Sofia Dorazio Brockhausen
Musik: Beka Buchukuri
Dramaturgie: Vasco Boenisch
Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten
von Tiago Rodrigues
Next Generation verweigert Familientradition. Das Erfolgsstück aus Avignon erstmals in deutscher Sprache.
In dieser portugiesischen Familie gibt es eine ungewöhnliche Tradition: Immer zum Jahrestag der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia am 19. Mai 1954 durch Schergen der Diktatur wird ein Faschist getötet. Es beginnt als gutgelaunte Familienfeier und endet mit der Erschießung eines Delinquenten im Garten. Hier wird anscheinend Unrecht gerächt. Doch diesen Sommer rumort es in der Familie. Die jüngste Tochter stellt infrage, was seit drei Generationen zelebriert wird. Nicht nur verweigert sie als Veganerin neuerdings das Festmahl (Schweinsfüße nach Familienrezept), sondern bezweifelt auch, ob Gewalt überhaupt ein legitimes Mittel zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie sein kann.
Der portugiesische Autor, Schauspieler und Regisseur Tiago Rodrigues leitet seit 2023 das Festival d’Avignon und wurde mit seinem Stück Catarina e a beleza de matar fascistas international gefeiert. Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, deren Bochumer Arbeit Kinder der Sonne 2023 zum Theatertreffen eingeladen wurde, inszeniert das Stück voller moralischer Fallstricke nun zum ersten Mal in deutscher Sprache.
Regie: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Mitarbeit Bühne: Isabela Voicu
Kostüm: Ana Savić-Gecan
Choreografie: Magdalena Reiter
Video: Philipp Haupt
Lichtdesign: Bernd Felder
Komposition: Alen Sinkauz, Nenad Sinkauz
Klanggestaltung: Jordy Zoet
Dramaturgie: Dorothea Neweling
Regieassistenz: Linda Hecker
Bühnenbildassistenz: Nina Terbeck
Kostümassistenz: Paula Glawion, Lara Türkcü
Regiehospitanz: Christina Maria Sutter
Kostümhospitanz: Bruno McGettrick, Siri Gersch
Dolmetscherin : Anja Wutej
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Soufflage: Isabell Weiland
Inspizienz: Ulrike Schaper
Übertitelung: Kerstin Degener, Frank Hebenstreit
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Performance
Your freedom is the end of me
von und mit Risto Kübar
Ein pornografisches Hörspiel, ein Blumentanz, traumatischer Sex – wieviel passt in ein Hotelzimmer? Eine Performance von Risto Kübar – voller Poesie, Verletzlichkeit und einem utopischen Rest.
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Kindertheater
Lügenparty - Eine interaktive Wahrheitssuche
von Turbo Pascal und der Drama Control / 10+
Ein Experiment, ein Spiel, eine Party – das Publikum wird zum großen Lügendetektor.
Erwachsene sagen immer: „Du sollst die Wahrheit sagen!“ Dabei lügen sie selbst andauernd. Im Durchschnitt zweimal am Tag. Echt jetzt? Erfundene Geschichten verbreiten sich auf Social Media, Donald Trump spricht von alternativen Fakten, dazu jede Menge Lügengeschichten und Fake News auf dem Schulhof – was kann man denn da noch glauben? Dabei lügen wir alle hin und wieder: aus Höflichkeit, um Freund*innen zu schützen, oder weil kleine Schummeleien das Leben ein bisschen einfacher machen.
In seiner neuen interaktiven Performance beschäftigt sich das Kollektiv Turbo Pascal mit Wahrheit und Lüge: Ist es gut, wenn es eine gemeinsame Wahrheit gibt, oder gibt es viele Wahrheiten nebeneinander? Sollten Politiker*innen verpflichtet werden, immer korrekte Aussagen zu machen? Haben Kinder ein Recht auf Wahrheit? Wann ist ein bisschen Schwindeln okay? Und wann nicht?Lügenparty macht das Theater zum Versammlungs- und Verhandlungsraum gesellschaftlicher Prozesse, Dynamiken und Utopien. Gemeinsam mit Ensemble und Publikum schließen sich Turbo Pascal zu einem Lügendetektor zusammen, um herauszufinden, was denn jetzt wirklich stimmt. Alle können mitmachen und abstimmen: wahr oder falsch – was denkst du?
Das Theater- und Performancekollektiv Turbo Pascal hat seinen Sitz in Berlin und arbeitet seit 2008 kontinuierlich mit den Sophiensælen zusammen, außerdem mit dem HAU, dem Deutschen Theater und dem Theater an der Parkaue.
Seine Inszenierung Böse Häuser wurde zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2018 eingeladen und mit der bundesweit höchsten Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste, dem Tabori-Preis, geehrt. Unterscheidet euch am Theater an der Parkaue Berlin erhielt 2019 den Ikarus-Preis.
Regie: Frank Oberhäußer, Margret Schütz, Angela Löer
Bühne, Kostüm: Janina Janke
Lichtdesign: Bernd Kühne
Musik: Friedrich Greiling
Dramaturgie: Anne Deutschinoff
Outside Eye: Drama Control
Leitung Drama Control: Nele Eilbrecht
Theaterpädagogik: Lena Hilberger / Susanne Scheffler
Regieassistenz: Lynn Dokoohaki
Bühnenbildassistenz: Franziska Goetschi
Kostümassistenz: Finja Brunow
Kostümhospitanz: Lina Daum
Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Brost-Stiftung
Dauer: 1:00, keine Pause
Termine
Mi 25.11.2026, 9:30 | für Schulen
Mi 25.11.2026, 12:00 | für Schulen
Do 26.11.2026, 10:00 | für Schulenund weitere Termine
Judas handelt von einem Mann, dessen Name für Verrat steht. Ein Mann, der jahrhundertelang von jedem geschmäht wurde. Doch wäre ohne diesen Menschen und ohne seinen Judaskuss das Christentum nie zu einer der großen Weltreligionen geworden. Es gibt in jedem Zeitalter Spekulationen über Judas und seine Motive. Nach zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selbst spricht: Er inszeniert einen letzten Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht hin möchte: zu dem Judas in sich selbst. – Steven Scharf wurde für diese Rolle 2013 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet.
Regie: Johan Simons
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Henriette Müller
Musik: Maarten Schumacher
Lichtdesign: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Julia Lochte
Ein iranischer Theaterstudent forscht zu Theater und gesellschaftlicher Ausgrenzung – bis seine HIV-Diagnose die Theorie zur persönlichen Realität macht.
Konfrontiert mit Zurückweisung und Isolation, selbst im akademischen Umfeld, versucht er, seine Erfahrungen gemeinsam mit einer Theatergruppe künstlerisch zu dokumentieren. Doch kurz vor der Premiere verschwindet er.
THE MONKEY: AN EXCLUDED BODY wird zu seiner Lebensgeschichte und zugleich seiner Masterarbeit, die er nie vollenden konnte. Das Stück untersucht, wie Gesellschaften Ausgrenzung hervorbringen – und wie Theater ausgegrenzten Menschen Sichtbarkeit und Würde zurückgeben kann.
Dreisprachig auf Deutsch, Persisch und Englisch aufgeführt, lädt es dazu ein, Stigmatisierung, Erinnerung und Empathie über kulturelle Grenzen hinweg zu reflektieren.
Liberté, Egalité, Be Yoncé. Es kann nur eine Queen B geben. Aber ist das wirklich so? Oder kann man mit der notwendigen Begeisterung und einer Portion Ehrgeiz das schaffen, was nur sie geschafft hat? To Be Yoncé! Mit ihrer praktischen Anleitung, um der phänomenalen Pop- und R’n’B-Sängerin näher zu kommen, sorgte die Jungregisseurin Stephanie van Batum in München bereits für Begeisterungsstürme. In Form eines Tutorials erfahren die Zuschauer*innen in wenigen Schritten, was nötig ist, um SIE zu sein – how to be Bey. Und das ist mehr als singen, tanzen und performen, mindestens: Diva, Queen, Sexbombe, Mutter, Geschäftsfrau, Ehefrau, Feministin. #flawless
Don't Worry Be Yoncé (XS Edition) wurde eingeladen zum Festival Radikal jung 2018.
Regie, Konzept: Stephanie van Batum
Text: Stephanie van Batum, Henrike Commichau, Stacyian Jackson, Mona Vojacek Koper
Bühne, Video, Sound: Florian Schaumberger
Kostüm: Bettina Kirmair
Licht: Claudio Zeeb
Choreografische Begleitung: Volker Michl
Video: Jordi Wolswijk
Dramaturgie: Antonia Leitgeb
Mitarbeit Regie: Tom Afman
Regieassistenz: Marco Giegling
Inspizienz: Christina Baston
Übertitelinspizienz: Kristina Ahrens
Dauer: 1:20h, keine Pause
Werfen Sie bei einer Theaterführung einen Blick in unser Haus und erhalten Sie spannende und interessante Eindrücke hinter den Kulissen des Schauspielhaus Bochum.
Das Schauspielhaus Bochum ist seit mehr als hundert Jahren eine der führenden Spielstätten für zeitgenössisches Theater und darstellende Kunst in der deutschsprachigen Theaterszene. Seit 2018 ist Johan Simons Intendant. Er und das Team des Schauspielhaus Bochum verstehen diesen Ort als ein Stadttheater für das 21. Jahrhundert, in dem Künstler*innen aus verschiedenen Nationen und Kulturen und unterschiedlichen Disziplinen eine kreative Heimat finden. Das Herzstück des Theaters ist das feste Schauspielensemble, das kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Nationen Europas und der Welt mitbringt.
In jeder Spielzeit produziert das Schauspielhaus Bochum neue Aufführungen von Schauspiel, Tanz und interdisziplinärer Kunst und gastiert damit auch in anderen Theatern in Deutschland und Europa sowie auf internationalen Festivals. Für sein herausragendes Programm wurde es im Jahr 2022 zum Theater des Jahres in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz gekürt.
Teil des Theaters ist auch das Junge Schauspielhaus, das seit 2018 von Cathrin Rose geleitet und dessen Programm von neuen Erzählformen für eine moderne und diverse Stadtgesellschaft geprägt wird.
Das Schauspielhaus Bochum verfügt über vier Spielstätten: das Schauspielhaus (bis zu 800 Plätze), die Kammerspiele (400 Plätze), das Oval Office (100 Plätze) und in 2 Kilometern Entfernung das Theaterrevier, die Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater des Jungen Schauspielhauses.
THEATERKASSE:
Kassenfoyer des Schauspielhauses
Königsallee 15
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T +49 (0)234 / 3333 5555
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