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Musica SacraNeubrückenstraße 63
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Bewertungen & Berichte Musica Sacra
Eröffnungskonzert Musica Sacra
Robyn Allegra Parton, SopranMagdalena Hinz, Alt
Fritz Steinbacher, Tenor
Thomas Laske, Bass
Chöre der Dommusik am St.-Paulus-Dom
Alexander Lauer, Musikalische Leitung
Sinfonieorchester Münster
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)
»Paulus«
Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 36
Mendelssohns Paulus erzählt nicht nur eine biblische Geschichte, sondern macht einen Umbruch hörbar: Saulus, der Verfolger, wird zu Paulus, dem Verkünder. Das Festivalmotto »Visionen« trifft hier den Kern, denn entscheidend ist nicht ein vager Traum, sondern ein konkreter Moment, der Wahrnehmung und Richtung verändert. Aus einer festen Überzeugung wird eine neue Sicht auf die Welt, und aus dieser neuen Sicht folgen Konsequenzen: Bruch mit dem bisherigen Leben, Konflikt, Verantwortung, Auftrag. Das Oratorium in zwei Teilen, dessen Text Mendelssohn gemeinsam mit Julius Schubring aus biblischen Passagen zusammenstellte, führte schon bei seiner Uraufführung 1836 in Düsseldorf vor, wie unmittelbar geistliche Themen musikalisch erzählt werden können und dadurch Bedeutung erlangen.
Das Werk spannt den Bogen von der Steinigung des Stephanus über die Bekehrung bis zu den Reisen und Auseinandersetzungen des frühen Christentums. Mendelssohn gestaltet diese Stationen als musikalisches Drama, das nicht nur berichtet, sondern deutet: Choräle und Chorszenen kommentieren das Geschehen wie eine Gemeinschaft, die mitfragt, mitbetet und widerspricht. Musikalisch greift Mendelssohn sowohl Bachs kontrapunktische Dichte als auch Händels Sinn für klare dramatische Anlage und wirkungsvolle Chöre auf und verbindet beides mit romantischer Klangfarbe und lyrischem Ausdruck. Gerade diese Mischung macht Paulus so eindringlich: strenge, konzentrierte Chorsätze stehen neben sehr persönlichen Arien und Ensembles. So wird »Vision« hier konkret: als Wechsel der Perspektive, der Handeln erzwingt – und als Prüfstein dafür, was ein Mensch bereit ist zu riskieren, wenn er glaubt, etwas erkannt zu haben.
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Cappella Amsterdam:
Penitential Psalms
Cappella AmsterdamDaniel Reuss, Musikalische Leitung
ORLANDO DI LASSO (1532–1594):
Psalmen aus den »Psalmi Davidis poenitentiales«:
Primus Psalmus Poenitentialis, LV 794
Secundus Psalmus Poenitentialis, LV 795
Tertius Psalmus Poenitentialis, LV 796
Quartus Psalmus Poenitentialis, LV 797
Orlando di Lasso (Orlandus Lassus) gehört zu den prägenden Komponisten der Renaissance und zählt zu den wichtigsten Vertretern der europäischen Vokalmusik des 16. Jahrhunderts. Als Kapellmeister am Münchner Hof stand er im Zentrum eines internationalen Kultur- und Musiklebens; sein Werk umfasst geistliche und weltliche Gattungen und zeigt eine seltene Verbindung aus handwerklicher Meisterschaft, stilistischer Vielfalt und konsequenter Textorientierung. Die Texte der sieben Bußpsalmen stammen aus dem alttestamentlichen Buch der Psalmen und bündeln Themen wie Schuld, Reue, Umkehr und die Bitte um Vergebung. Lasso setzt diese Inhalte nicht dekorativ, sondern strukturell um: Die Polyphonie ist sorgfältig gebaut, bleibt jedoch stets auf die Aussage gerichtet. Dichte, Stimmbewegung und Harmonik reagieren auf den Textverlauf; musikalische Zuspitzungen und Ruhepunkte folgen den emotionalen und rhetorischen Konturen der Verse. So entsteht ein Klang, der zugleich reich und kontrolliert ist, komplex, aber auf Verständlichkeit und Ausdruck hin organisiert. Im Horizont des Festivalmottos »Visionen« können die Bußpsalmen als musikalische »Visionen« innerer Neuorientierung gehört werden: als klar nachvollziehbarer Prozess von Selbsterkenntnis, Bitte und Perspektivwechsel. Gerade darin liegt ihre Gegenwart: Die Texte sprechen über Verantwortung, Fehlbarkeit und die Möglichkeit von Veränderung – Themen, die unabhängig von konfessionellem Kontext verständlich bleiben. Lassos Musik macht diese Inhalte hörbar, indem sie Sprache und Klang eng verschränkt und damit nicht nur Affekt erzeugt, sondern Bedeutung präzise formt.
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Holland Baroque
Het wonder van Boxmeer
Holland BaroqueJudith und Tineke Steenbrink, Musikalische Leitung
»Het Wonder van Boxmeer« (Das Wunder von Boxmeer)
Werke von BENEDICTUS À SANCTO JOSEPHO (1642–1716)
u. a.
Arrangements von Judith und Tineke Steenbrink
Holland Baroque widmet sich in diesem Programm der reichen musikalischen Tradition der Klöster, Kapellen und Kirchen des 17. Jahrhunderts in Brabant. Die jahrhundertealte Legende des »Boxmeer-Wunders« aus dem Jahr 1400 bildet das Leitmotiv dieses neuen Programms. Der Überlieferung nach verwandelte sich während einer Messe der Wein im Kelch in Blut und befleckte das Korporale; aus dieser »Heilig-Blut«- Reliquie entwickelte sich eine bis heute lebendige Verehrungs- und Prozessionstradition. Noch heute wird jedes Jahr während des Boxmeer Vaart diese Reliquie feierlich durch die Straßen von Boxmeer getragen. Die Prozession findet traditionell zwei Wochen nach Pfingsten statt. Damit ist das »Wunder« nicht nur historische Erzählung, sondern eine über Jahrhunderte lebendige Praxis und ein Anlass, zu dem immer wieder eigens Musik komponiert und gepflegt wurde.Im Mittelpunkt des Programms steht die Musik des brillanten brabantischen Organisten und Komponisten Benedictus à Sancto Josepho. Benedictus, der als Karmeliter in Boxmeer lebte und wirkte, hinterließ ein beeindruckendes Werk, das sich mit den besten europäischen Komponisten seiner Zeit messen kann. Viele seiner Werke und die anderer brabantischer Komponisten werden heute kaum noch aufgeführt. Nach umfangreichen Recherchen von Judith und Tineke Steenbrink erweckt Holland Baroque diese vergessenen Meisterwerke zu neuem Leben.
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Musical: Paulus für Kinder
Mädchen- und Knabenchöre der Dommusik MünsterPhilipp Holmer & friends, Band
Johanna Traub, Regie
Philipp Holmer, Musikalische Leitung
Jutta Potthoff, Musikalische Leitung
»Paulus – Von Gott berufen – Botschafter Jesu«
Kindermusical von BIRGIT MINICHMAYR
Aus Anlass des 850-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Münsteraner Doms und zur Neueröffnung des »Paulus-Museums« im Sommer dieses Jahres führen die Nachwuchschöre der Dommusik das Musical »Paulus-Botschafter Jesu« von Birgit Minichmayr auf. Unter seinem hebräischen Namen Saulus verhaftete und verfolgte er Christen wegen ihres Glaubens. Er war der Ansicht, das Richtige zu tun. Doch dann begegnete ihm der auferstandene Christus. Nach diesem Erweckungserlebnis während einer Reise nach Damaskus nahm er den Namen »Paulus« an und ließ sich taufen. Der Namensgeber des Paulusdomes war einer der ersten Christen, die durch Taten und Worte überzeugten: Er machte sich auf in das heutige Europa, bereiste per Schiff, zu Fuß oder zu Pferd verschiedene Länder, um den Menschen von der christlichen Botschaft zu erzählen. Dabei hatte er so manches Abenteuer zu bestehen, Gefahren zu überwinden, viele Fragen zu beantworten und neue Freundschaften zu schließen.
Das Musical richtet sich an Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren.
Eintritt frei
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Ensemble Quaerens:
Die Welt in Klängen
Tobias Krieger, BarocktrompeteAnna Dimitrieva, Musikalische Leitung
Ensemble Quaerens
Werke von GEORG FRIEDRICH HÄNDEL, GEORG PHILIPP
TELEMANN, JEAN-PHILIPPE RAMEAU und ANTONIO VIVALDI
Dieses Programm eröffnet einen facettenreichen Blick auf die Klangwelt des Barock: festlich und prachtvoll, tänzerisch bewegt, farbenreich und voller kontrastreicher Ausdrucksformen. Werke von Händel, Telemann, Rameau und Vivaldi führen von glanzvollen Suiten und charaktervollen Tanzsätzen bis hin zu konzertanter Virtuosität und lassen die Vielfalt dieser Epoche in unterschiedlichsten Klangfarben lebendig werden. Einen besonderen Akzent setzt Georg Philipp Telemanns »Klingende Geographie«, in der musikalische Charakterbilder verschiedener Länder und Regionen zu einem ebenso originellen wie anschaulichen Panorama zusammengeführt werden. So spiegelt das Programm, das in der imaginativen Weite barocker Klangsprache und mit einem neugierigen Blick auf die Welt Vielfalt hörbar macht, auch das Festivalmotto »Visionen«. Mit Händels festlicher Klangsprache, Rameaus pointierter Theatermusik und Vivaldis temperamentvoller Streicherkunst entsteht so ein abwechslungsreiches Programm, das die Ausdruckskraft und Eleganz barocker Musik eindrucksvoll erfahrbar macht.
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Orgelspaziergang (Orgelkurzkonzerte)
moderiert durch Karl-Heinz van den WyenberghErleben Sie Münster an einem Abend, an dem sich Stadt und Klang auf besondere Weise verbinden: Ein geführter Spaziergang führt Sie von Kirche zu Kirche und an jedem Halt erwartet Sie ein kurzes Orgelkonzert. Karl-Heinz van den Wyenbergh öffnet den Blick auf die Gotteshäuser, ihre Architektur, Geschichte und Besonderheiten. Die Konzerte sind bewusst kurz gehalten – wie musikalische Spotlights.
Programm
Station 19.30 Uhr, St.-Paulus-Dom
Domorganist Thomas Schmitz an der Klais-Orgel
SIGFRID KARG-ELERT (1877–1933):
Acht Stücke (»A cycle of eight organ pieces«) op. 154: Introitus – Gagliarda – Melodia monastica – Aria semplice – Appassionata – Canzona solenne – Toccatina – Corale)
Station 20 Uhr, Apostelkirche
KMD Klaus Vetter an der Ott-Orgel
ANDREAS NICOLAUS VETTER (1666–1734): Jesu, meine Freude, Choral mit 7 Variationen
ANDRÉ RAISON (1650–1719): Offerte (Offertorium) du 5e ton, Adagio – Guayment – Fort lentement
Station 20.30 Uhr, St. Johannes-Kapelle
Stefan Schumacher und Konrad Paul an der Mühleisen-Orgel
GEORG MUFFAT (1653–1704): Toccata octava
LÉON BOELLMANN (1862–1897): Priére a Notre Dame (aus Suite gothique)
BALDASSARE GALUPPI (1706–1785): Sonate D-Dur, 1. Satz für Orgel zu vier Händen
Station 21 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche
»Spiritus vivificans – Belebender Geist«
Regionalkantorin Jutta Bitsch an der Fleiter-Orgel
JOSEF RHEINBERGER (1839–1901): Vision op. 156 Nr. 5
SAMUEL SCHEIDT (1587–1654): Hymnus »Veni Creator Spiritus« aus: Tabulatura N ova III, SSWV 153
HILDEGARD VON BINGEN (1098–1179) | JUTTA BITSCH (*1969): Antiphon »Spiritus Sanctus vivificans vita« aus: Symphonia harmoniae caelestium revelationum, Gesang und Improvisation
Station 22 Uhr, St. Lamberti
Prof. Tomasz Adam Now ak an der Rohlf-Orgel
WILLIAM BYRD (ca. 1540–1623): The Quee n’s Alman
JAN PIETERSZOON SWEELINCK (1561–1621): Wariacje »E s-ce Mars«
JOHANN CHRISTOPH FRIEDRICH BACH (1732–1795): Allegretto con Variazioni über »Ah, vous dirai-je maman«
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Edward Elgar: The Dream of Gerontius
Abschlusskonzert
Florian Thomas, TenorCaitlin Hulcup, Mezzosopran
Mathias Hausmann, Bariton
Kantorei an der Apostelkirche Münster
Osnabrücker Jugendchor
Nordwestdeutsche Philharmonie
Konrad Paul, Musikalische Leitung
EDWARD ELGAR (1857–1934):
»The Dream of Gerontius«
Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 38
Elgars The Dream of Gerontius folgt einer inneren Reise: Ein sterbender Mensch (Gerontius) erlebt den Übergang vom Leben zum Tod und – geführt von einem Engel – eine Vision dessen, was jenseits der Grenze liegen könnte. Grundlage ist das gleichnamige Gedicht von John Henry Newman; Elgar vertonte den Text 1899/1900 als zweiteiliges Oratorium und brachte das Werk am 3. Oktober 1900 beim Birmingham Triennial Music Festival zur Uraufführung. Anders als viele Oratorien ist es weniger erzählend als psychologisch: Es beschreibt Zustände, Stimmungen, Angst und Trost, Zweifel, Hoffnung und schließlich eine Begegnung mit dem Göttlichen, die nicht »schön« im dekorativen Sinn ist, sondern überwältigend und ernst. Unter dem Festivalmotto »Visionen« wird dieses Werk besonders greifbar, weil es Vision als konkret gegliederte Jenseits-Erfahrung zeigt: vom Gebet am Sterbebett über das Erwachen der Seele bis zur Führung durch den Engel, vorbei an dämonischen Stimmen und hin zu den Chören der Engel. Gerontius ahnt das letzte Gericht, erlebt die Nähe Gottes als erschütternde Wahrheit – und nimmt den Weg ins Fegefeuer an, nicht als Strafe, sondern als Läuterung und Vorbereitung auf die endgültige Begegnung mit Gott. Elgar schrieb dafür eine Musik, die das Wechselspiel von Nähe und Größe präzise ausbalanciert: intime Passagen für den Tenor (Gerontius) und den Engel (Mezzosopran) wechseln mit weit ausgreifenden Chorszenen. Der Chor übernimmt mehrere Rollen – Betende, Dämonenchor, Engelchöre, kommentierende Gemeinschaft – und öffnet so Klangräume, in denen sich das Unsagbare nicht erklärt, aber erfahrbar wird. Besonders charakteristisch ist Elgars farbige Orchesterbehandlung, die Stimmungen schnell kippen lässt: von schwebender Ruhe zu plötzlicher Dringlichkeit, von Trost zu Erschütterung. Gerontius ist damit ein Werk über das, was Menschen am Rand des Bekannten beschäftigt – ohne einfache Antworten, aber mit einer außergewöhnlichen musikalischen Klarheit.
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Bewertungen & Berichte Edward Elgar: The Dream of Gerontius
Musica Sacra
Vom diesjährigen Festival vom 22. bis zum 31. Mai 2026 werden bei insgesamt sieben Konzerte und einen Orgelspaziergang lokale und internationale Ensembles Kirchen und Konzertorte in Münster bespielen. Außerdem schließen sich zahlreiche Gottesdienste musikalisch an das Fest an.Musica Sacra bewerten:
Bewertungen & Berichte Musica Sacra
- Heute: Amor / Absicht (Premiere)
- Premiere: Heartship
- Premiere: Süßer Vogel Jugend
- A Midsummer Night's Dream (Ein Sommernachtstraum)

- Der Graf von Monte Christo
- Die Wurzel aus Sein

- Sie sagen Täubchen, ich sag Taube

- Die Schwäne

- Die italienische Operngala
- Alle müegt Georg (Alle lieben George)
- Maria Stuart

- Toxische Männer

- Festivaleröffnung: NEUE WÄNDE 2026 …goes Europe!
- Operettencafé
- Schauspielclub
- Tanz Unlimited
- TanzNAH
- 3-D-Rundgang
- U:DREI – Podcast für Theater, Kultur und Leben
- größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters mit fünf Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater